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Der Radical SR3 RSX und der Renault Formula 2.0 besetzen eine ganz besondere Nische in der Trackday-Szene – kompromisslos, federleicht und konsequent für die Rennstrecke gebaut, doch dabei geprägt von zwei völlig unterschiedlichen Entwicklungsphilosophien. Beide Modelle versprechen Rundenrekorde und das offene Cockpit-Feeling, aber die Art, wie sie ihre Geschwindigkeit generieren – und welchen Fahrertyp sie jeweils besonders ansprechen – offenbart die spannenden Zielkonflikte, die in ihren Chassis stecken.

Beginnen wir mit dem Radical. Auf dem Papier wirkt sein 210 PS starker 1,1-Liter-Reihenvierer fast zurückhaltend, doch der SR3 RSX ist darauf ausgelegt, aus minimaler Masse und maximalem Grip das Maximum herauszuholen. Mit knapp 1.900 lbs ist er zwar nicht ganz so leicht wie der Renault, wurde aber konsequent auf einen Frontantrieb hin entwickelt – eine ungewöhnliche Entscheidung in dieser Liga. Das Resultat: Ein Auto, das Präzision und Rhythmus belohnt, ein Chassis, das seine Grenzen klar kommuniziert, aber auch dazu neigt, im Grenzbereich vom leichten Untersteuern in plötzliche Neutralität zu wechseln, sobald sich beim harten Anbremsen die Gewichte auf die Vorderachse verlagern. Auf technischen Kursen fühlt sich der Radical oft wie ein hochgezüchteter Clubracer im Großformat an: direktes Lenkgefühl, starker Anpressdruck, überragender mechanischer Grip – und dennoch ein beruhigendes Sicherheitsnetz. Dies ist ein Auto, bei dem man sich darauf verlassen kann, die Vorderachse zu belasten und jede Schikane voll auszunutzen; Zeitgewinn durch Schwung und absolutes Commitment.

Der Renault Formula 2.0 hingegen ist die Essenz des reinen Formel-Einzelplatzers. Hinterradantrieb, 2,0 Liter Saugmotor, und ein Trockengewicht knapp über 1.100 lbs – eindeutig gebaut für den Profi-Nachwuchs. Die F2.0 reagiert messerscharf, ihr Chassis dreht sich förmlich um den Fahrer, die Fahrwerksabstimmung reizt jeden Hauch von Grip aus den Slick-Michelins aus. Ihre Reaktionen sind unmittelbar: minimales Wanken, eine Lenkung mit Sofortreaktion, und ein Motor, der hohe Drehzahlen liebt und belohnt. Allerdings ist der Renault auch weniger nachsichtig. Das Fahrverhalten am Limit ist göttlich ausbalanciert, aber Fehler werden rigoros bestraft – von Untersteuern kann hier kaum die Rede sein. Der Renault ist für Piloten, die keinerlei Verzögerung bei der Umsetzung ihrer Eingaben tolerieren und die Runde um Runde nach dem perfekten Bremspunkt und der Ideallinie suchen, um die entscheidenden Zehntel herauszukitzeln.

Die Rundenzeiten auf LapMeta zeigen, wie unterschiedlich diese Philosophien in der Realität wirken. Auf dem Silesia Ring - CW drehte der Radical SR3 RSX mit Kamil Franczak eine 1:39.49 – satte zehn Sekunden schneller als der Renault mit seiner 1:49.75. Zu beachten: Die Renault-Zeit lag deutlich unter der erwarteten Pace, was auf Herausforderungen bei Setup oder Fahrer-Umstellung hindeutet. Auf klassischen Hochgeschwindigkeitskursen dagegen kann die Formula 2.0 ihre Stärken ausspielen: In Silverstone - GP, wo Abtrieb bei hohen Geschwindigkeiten und spätes Bremsen entscheidend sind, fährt der Renault mit 1:56 dem Radical mit 2:04 acht Sekunden davon – hier kommen das kompromisslose Konzept, die Slickreifen und der geringe Luftwiderstand des Monoposto voll zum Tragen. Selbst auf dem Paul Ricard 1C-V2 mit seinen langen Geraden und anspruchsvollen Sektoren setzt sich der Renault mit gut zwei Sekunden Vorsprung gegen den Radical durch (2:01 vs 2:03.12).

So ergibt sich ein klares Bild: Der Radical blüht besonders dort auf, wo seine gutmütige Abstimmung und der enorme mechanische Grip ein aggressives Fahrverhalten ermöglichen – ideal auch für Fahrer, die neu im Bereich der High-Downforce-Fahrzeuge sind. Er ist ein exzellenter Lehrmeister, der Geduld belohnt und Übermut bestraft, dabei aber selten so brüsk wie ein reinrassiger Monoposto reagiert. Der Renault ist dagegen das Präzisionswerkzeug für Könner – unschlagbar, wenn ein erfahrener Pilot ihn an seine Grenzen führt, aber auch stets fordernd, kompromisslos und bereit, jeden Fahrfehler auszunutzen. Wer das ultimative Maß an Rückmeldung und Präzision sucht, kommt an ihm nicht vorbei.

Die Entscheidung zwischen den beiden ist weniger durch die absolute Rundenzeit bestimmt, sondern vielmehr durch die eigene Bereitschaft, Risiko und Belohnung auszutarieren. Der Radical SR3 RSX ist der Demokrat unter den Tracktools – zugänglich und dabei dennoch beeindruckend schnell. Der Renault Formula 2.0 ist das Werkzeug des Puristen, geschaffen für alle, die absolute Rückmeldung und die Herausforderung suchen, jedes Zehntel aus dem Auto zu kitzeln. Beide machen süchtig – aber jeder bedient eine ganz eigene Form von Leidenschaft.

Letztmals aktualisiert: Mar 7, 2026

Spezifikationen

Spezifikationen Radical SR3 RSX SR3 RSX Renault Formula 2.0 Formula 2.0
Modelljahre 2010-2020 2012-2021
Pferdestärken 210 210
Drehmoment (N_M) 60 163
Gewicht (KG) 850 506
Leistung/Gewicht 0.25 0.42
Rank #9 #2
Bereifung 80 VENTUS TD
215/45/17
1 SLICKS
200/540/13 / 240/570/13
Motorbeschreibung 1.1L Inline-4 2.0L NA I4 (Renault)
Getriebe 4SPD MANUAL SADEV SEVEN-SPEED SEQUENTIAL
Antrieb Typ FWD RWD
0 - 60 MPH 17 SECs 3 SECs
Höchstgeschwindigkeit (KPH) 137 251
Preis MSRP $ 81,000 57,000 €
Aktueller Wert $ 85,000 € 57,000
RENNEN Ja Ja
Gesamt- vs Durchschnitts-Rundenzeiten -15.17s -16.94s
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