Porsche
997 GT2 RS
Anmerkungen
Der Porsche 997 GT2 RS gehört zu den bedeutendsten und begehrtesten 911-Varianten überhaupt und stellt die ultimative Ausprägung der 911-Philosophie der Saugmotor-Ära dar, bevor Porsche auf turboaufgeladene Carrera-Modelle umstellte. 2010 vorgestellt und mit einer streng limitierten Auflage von nur 500 Einheiten weltweit (einige Quellen nennen 510), vereinte dieser auf die Rennstrecke fokussierte Hypercar Porsches modernste Bi-Turbo-Technologie mit aggressiver Gewichtsreduzierung und kompromisslosem Performance-Anspruch. Für viele Enthusiasten gilt er als der beste fahrerische 911 der 997-Generation und womöglich als der letzte wirklich analoge GT2 RS.
Im Herzen des GT2 RS arbeitet eine umfassend überarbeitete Version von Porsches 3,6-Liter-Bi-Turbobenziner mit Variable Turbine Geometry (VTG)-Turboaufladung – eine damals exklusive Technologie von Porsche bei Ottomotoren. Durch veränderte Turbolader, neue Ladeluftkühler, hochfeste Kolben und eine optimierte Motorsteuerung steigerten die Ingenieure den Ladedruck von 1,4 Bar im Standard-GT2 auf 1,6 Bar. So wurden beeindruckende 620 PS (612 hp) bei 6.500 U/min und 700 Nm (516 lb-ft) Drehmoment freigesetzt. Dies bedeutete eine Leistungssteigerung von 90 PS gegenüber dem ohnehin schon kraftvollen GT2, womit der GT2 RS der stärkste 911 seiner Generation wurde und zugleich das leistungsstärkste manuell geschaltete Porsche-Modell aller Zeiten – ein Rekord, den er bis heute hält.
Die Gewichtsreduzierung war für die Performance des GT2 RS ebenso entscheidend. Die Porsche-Ingenieure erzielten im Vergleich zum Standard-GT2 eine beeindruckende Abnahme um 70 kg (154 lb) und lagen damit bei einem Leergewicht von nur 1.370 kg (3.021 lbs). Dies gelang durch den umfangreichen Einsatz von Karbonfaser-Verbundwerkstoffen. Die Karosserie bekam Kohlefaser-Elemente mit markanter matt-schwarzer Oberfläche, darunter ein verbesserter Frontsplitter und ein großer Heckflügel. Im Innenraum fanden leichte Kohlefaser-Schalensitze Verwendung, während Schalldämmung und Komfortelemente rigoros gestrichen wurden – alles im Dienst der maximalen Performance. Dieses konsequente Leichtbaukonzept führte zu einem Leistungsgewicht von 4,9 Pfund pro PS (2,21 kg pro PS) und erlaubte Beschleunigungswerte von 0-100 km/h in nur 3,5 Sekunden, 0-200 km/h in 9,8 Sekunden sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 330 km/h (205 mph).
Die Entwicklung des GT2 RS hatte eine besondere Bedeutung: Die interne Projektbezeichnung „Project 727“ bezog sich ausdrücklich auf die 7:26,7-Rundenzeit des Nissan GT-R auf der Nürburgring-Nordschleife, mit dem klaren Ziel seitens Porsche, die Überlegenheit des 911er auf der weltweit anspruchsvollsten Rennstrecke zu demonstrieren. Im Mai 2010 pilotierte Porsche-Testfahrer Timo Kluck den GT2 RS auf Michelin Pilot Sport Cup Reifen in 7:18 Minuten über die Nordschleife – mehr als acht Sekunden schneller als der GT-R und eine der schnellsten je von einem Serienfahrzeug erzielten Rundenzeiten auf der legendären „Grünen Hölle“. Damit bestätigte der Wagen seine Rennstrecken-Fokussierung und festigte seinen Status als eines der leistungsstärksten Serienautos seiner Epoche.
Im Gegensatz zu seinem Nachfolger, dem 991 GT2 RS (2017-2019), der ausschließlich mit PDK-Doppelkupplungsgetriebe angeboten wurde, blieb der 997 GT2 RS der traditionellen GT2-Philosophie treu und verfügte nur über ein manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe. Diese Getriebewahl, kombiniert mit der Heckantriebsarchitektur und minimalem elektronischem Eingriff, schuf ein Fahrerlebnis, das Können und Respekt verlangte – was der GT2-Baureihe den berüchtigten Spitznamen „Widowmaker“ einbrachte. Diese Exklusivität des manuellen Getriebes hat sich aus Sammlersicht als außerordentlich weitsichtig erwiesen; während die Automobilindustrie immer mehr auf Dreipedalanordnung verzichtet, steigert der 997 GT2 RS als das ultimative manuelle Performance-Porsche-Modell dessen Attraktivität signifikant.
Die drastische Gewichtsreduzierung, die gesteigerte Leistung und die mechanische Reinheit erschufen ein Fahrzeug mit kompromissloser Performance und Charakter, den späteren, technologisch komplexeren 911 nicht mehr vollständig nachzubilden vermögen. Der GT2 RS war die letzte pure mechanische, heckgetriebene GT-Generation von Porsche, bevor verpflichtende Stabilitätskontrollen, PDK-Getriebe und elektronisches Drehmomentmanagement bei GT-Modellen zur Standardausstattung wurden. Diese analoge Reinheit, kombiniert mit extremer Seltenheit – weniger als 150 Einheiten gelangten in die USA, nur 16 wurden für Großbritannien ausgeliefert – wandelte den 997 GT2 RS vom exotischen Sportwagen zum begehrten Sammlerobjekt.
Der Marktwert spiegelt diese Entwicklung wider. Während der GT2 RS ursprünglich rund 245.000 US-Dollar kostete, zeigen aktuelle Auktionsergebnisse eine dramatische Wertsteigerung: Durchschnittliche Verkaufspreise liegen inzwischen bei über 666.000 US-Dollar, herausragende Exemplare erzielen über 865.000 US-Dollar. Branchenanalysten prognostizieren, dass der 997 GT2 RS bis 2030 siebenstellige Bewertungen erreichen könnte und damit in die ikonische Riege der 911-Sondermodelle wie den 2.7 RS oder den 993 GT2 aufsteigt. Diese Wertentwicklung beruht auf der Erkenntnis, dass der 997 GT2 RS einen echten Wendepunkt in der 911-Entwicklung markiert – das letzte Aufbäumen der analogen, manuellen, fahrerorientierten GT2-Philosophie vor dem unumgänglichen technologischen Fortschritt, der die Formel der GT-Fahrzeuge grundlegend veränderte. Für Sammler, die den ultimativ fahrerischen 911 mit nachgewiesenem Wertsteigerungspotenzial, historischer Bedeutung und purer analoger Fahrdynamik suchen, steht der 997 GT2 RS nahezu konkurrenzlos da.
OEM-Spezifikationen
Vergleichen mit
Rundenzeiten
| Zeit | Strecke | Auto | Mod | Fahrer | Bereifung | Runde Datum | Datum hinzugefügt | vs Vorhersage | Geschwindigkeit |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1:01.8 | Blyton Park circuit | Leichtgewicht | 02 Apr, 2014 | 16 Jun, 2022 | -3.06s | +4.67% | |||
| 1:44.1 | Autódromo José Carlos Pace-Interlagos | Leichtgewicht | 08 Aug, 2016 | 31 Jan, 2023 | -1.98s | +1.78% | |||
| 2:30.0 | Monticello Motor Club (Full Course) | Originalzustand | 03 Jul, 2010 | 02 Sep, 2021 | +2.79s | -1.77% | |||
| 1:40.0 | Circuit Calafat | Originalzustand | 19 Sep, 2009 | 13 Jul, 2022 | +3.2s | -3.05% | |||
| 1:36.9 | Circuit de Bresse | Mittelgewicht | 13 Sep, 2023 | 14 Jan, 2024 | +4.84s | -4.82% | |||
| 7:04.2 | Nürburgring (BTG) | Mittelgewicht | 06 Jun, 2024 | 11 Jun, 2024 | — | — | |||
| 7:13.0 | Nürburgring (BTG) | Rennen | 21 Sep, 2022 | 13 Sep, 2024 | — | — | |||
| 7:24.0 | Nürburgring (BTG) | Originalzustand | 25 May, 2025 | 31 May, 2025 | — | — | |||
| 7:40.0 | Nürburgring (Nordschleife) | Mittelgewicht | 26 May, 2014 | 03 Dec, 2021 | — | — | |||
| 1:17.5 | Roebling Road Raceway (Road Course) | Schwergewicht | 05 Jan, 2012 | 15 Aug, 2022 | — | — | |||
| 2:48.0 | Circuit de Spa-Francorchamps | Mittelgewicht | 01 Oct, 2016 | 03 Dec, 2021 | — | — |
Modifiziert Autos
| Jahr | Fahrer Name | Mod | Pferdestärken | Bereifung | Reifengröße | Vs Vorhersage |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2011 | max997rs | Medium | 620 | 60 P Zero™ Trofeo R | 245/35/19 | -13.22s |
| 2011 | Jethro Bovingdon | Light | — | 60 P Zero Corsa | 245/35/19 / 325/30/19 | -11.89s |
| 2011 (estran/light) | estranho38 | Light | 523 | 60 P Zero Corsa | 235/35/19 / 305/30/19 | -9.78s |
| 2011 (ClubSport) | Nico Bradpulay | — | 640 | 180 Pilot Sport Cup 2 | 235/35/19 | -8.24s |
| 2011 (TPC Racing Blitzkrieg) | Randy Pobst | Heavy | 750 | 60 P Zero Corsa | 235/35/19 | -3.7s |
| 2011 | Josep Rodriguez Vilarrasa | Stock | 523 | 60 P Zero Corsa | 235/35/19 / 305/30/19 | -2.21s |
| 2011 (w/Trofeo R) | Powerslide Lover | Medium | 600 | 60 P Zero™ Trofeo R | 235/35/19 / 305/30/19 | -1.22s |
| 2011 (Buldre Racing) | Vidar Jødahl | Medium | 750 | 60 P Zero Corsa | 235/35/19 / 305/30/19 | +0.62s |
| 2011 (w/Cup 2) | flatmaxx | Medium | 620 | 180 Pilot Sport Cup 2 | 245/35/19 / 325/30/19 | — |
Beliebte Reifengrößen
| Größe Front | Größe Heck | Geschwindigkeit | Runden |
|---|---|---|---|
| 245/35/19 | 325/30/19 | +1.06% | 2 |
| 235/35/19 | 235/35/19 | — | 1 |
| 245/35/19 | 245/35/19 | +2.65% | 1 |
| 235/35/19 | 305/30/19 | — | 0 |