++USER.ALIAS++ ++CREATED_AT++
++COMMENT++

Ligier LMP3 JS P3 vs Stohr WF1: Prototypen-Tempo trifft federleichte Furiosität

Zahlen auf dem Papier: Rohleistung gegen chirurgische Präzision

Der Ligier LMP3 JS P3 und der Stohr WF1 sind beide absolute Spitzenräuber im Clubracing-Segment, gehen jedoch mit völlig unterschiedlichen Waffen auf die Jagd. Der Ligier, ein waschechter Le-Mans-Prototyp, bringt einen 5,0-Liter-Nissan-V8 mit 420 PS und 344 Nm Drehmoment an den Start, verpackt in einem nur 2094 lbs schweren Carbon-Monocoque. Der Stohr dagegen ist ein echtes Fliegengewicht – gerade einmal 780 lbs –, angetrieben von einem hochdrehenden, motorrad-basierten 1,0-Liter-Reihenvierer mit 243 PS und vergleichsweise zurückhaltenden 83 Nm Drehmoment.

Beide setzen auf Hinterradantrieb, doch während der Ligier mit seiner Masse und dem kräftigen Drehmoment eine breite, unaufhaltsame Leistungsentfaltung bietet, dreht sich beim Stohr alles um minimale Trägheit und messerscharfe Reaktion. Rein technisch ist es ein Duell zwischen roher Gewalt und skalpellhafter Agilität.

Im direkten Vergleich: Die Rundenzeiten sprechen Bände

Die Daten von LapMeta bieten einen seltenen 1:1-Vergleich, da beide Fahrzeuge auf dem Ozark International Raceway - CW und dem Roebling Road Raceway - Road Course Zeiten gesetzt haben.

In Ozark brannte der Stohr WF1 eine beeindruckende 2:14 (race mod) in den Asphalt und schlug damit den Ligier im Serienzustand mit 2:16.41 um 2,41 Sekunden. Ein ähnliches Bild zeigt sich auf dem Roebling Road, wo der Stohr mit 59.17 (race mod) den Ligier (1:01.46, race mod) um 2,29 Sekunden hinter sich lässt.

Bemerkenswert ist nicht nur, dass der Stohr schneller ist – sondern dass er dies mit weniger als 60 % der Ligier-Leistung schafft. Das unterstreicht die gnadenlose Effizienz seines geringen Gewichts und der motorradähnlichen Charakteristik. Allerdings sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass die Ligier-Rundenanzahl (34 Runden von 28 Fahrern) die des Stohr (1 Runde, 12 Fahrer) deutlich übertrifft – ein Indiz dafür, dass der Ligier in dieser Hochleistungs-Liga das gängigere und womöglich vielseitigere Werkzeug ist.

Zielgruppe, Wirtschaftlichkeit und Upgrade-Potenzial

Zielkunde & Mehrwert:
Der Ligier LMP3 JS P3 ist konzipiert für Teams und Fahrer, die den direkten Draht zur Langstrecken-Rennwelt suchen. Mit einem Listenpreis, der locker die 200.000-Dollar-Marke überschreitet (und stabilen Gebrauchtpreisen, nicht zuletzt dank seiner Zulassung in globalen Prototypen-Serien), richtet er sich an Enthusiasten, denen es um mehr als bloße Rundenzeiten geht – nämlich das echte Le-Mans-Erlebnis unserer Zeit. Der Ligier ist selbst in Serie bereits ein ernstzunehmender Wettbewerber. Seine technische Reife liefert konstante und zuverlässige Performance, wie sie in seiner Klasse ihresgleichen sucht.

Der Stohr WF1 bedient hingegen den Puristen. Preislich deutlich attraktiver – Neupreis meist knapp unter 90.000 Dollar, auf dem Gebrauchtmarkt teils noch günstiger – bietet er geübten Fahrern performance auf Supercar-Niveau (wie die Zeiten belegen), verpackt in ein wartungsfreundliches und einfach modifizierbares Konzept. Zwar fordert der Stohr eine präzise Hand, um sein volles Potenzial zu entfalten, belohnt aber absolute Hingabe mit einer Performance, die Fahrzeuge aus ganz anderen Preisregionen alt aussehen lässt.

Technische Philosophie:
Der Ligier steht mit Mittelmotor-V8 und ausgefeiltem Aeropaket exemplarisch für “Vertrauensbildung” – stabil bei Topspeed, berechenbar am Limit und über lange Stints komfortabel fahrbar. Der Stohr hingegen, ultraleicht und mit hochdrehendem Motorrad-Triebwerk, ist eher ein Formel-Einsitzer für den Clubracer: Die Grenzen liegen höher, die Reaktionen sind brutaler, und Fehler werden prompt und gnadenlos quittiert.

Fazit: Welcher Prototyp entfacht Ihre Leidenschaft?

Wer die Essenz des modernen Prototypen-Rennsports in Reinform erleben möchte, kommt am Ligier LMP3 JS P3 kaum vorbei – sein Tempo, sein Auftritt und die Standfestigkeit sind in seinem Segment nahezu konkurrenzlos. Wer jedoch als Trackday-Jäger oder ambitionierter Clubracer kompromisslose Geschwindigkeit sucht und den Tanz auf Messers Schneide liebt, für den ist der Stohr WF1 der wahre Überflieger im Leichtbau-Format.

Nach reiner Rundenzeit liegt der Stohr WF1 im direkten Vergleich vorn – der beste Beweis, dass Köpfchen (und wenig Gewicht) manchmal sogar rohe Pferdestärken austricksen können, selbst in der exklusiven Welt der Prototypen.

Letztmals aktualisiert: May 2, 2026

Spezifikationen

Spezifikationen Ligier LMP3 JS P3 LMP3 JS P3 Stohr WF1 WF1
Modelljahre 2015-2020 2005-2020
Pferdestärken 420 243
Drehmoment (N_M) 344 83
Gewicht (KG) 950 354
Leistung/Gewicht 0.44 0.69
Rank #1 -
Bereifung 1 SLICKS
30/65/18 / 31/71/18
1 R35
200/750/13 / 225/750/13
Motorbeschreibung Nissan VK50DE V8 5.0L 1.0L NA I4 (motorcycle)
Antrieb Typ RWD RWD
Radstand (MM) 2860 2464
0 - 60 MPH 3.2 SECs 3 SECs
Höchstgeschwindigkeit (KPH) 274 257
Aktueller Wert $ 155,000 $ 60,000
RENNEN Ja Ja
Gesamt- vs Durchschnitts-Rundenzeiten -22.41s -21.83s
Kommentare
outlined_flag Problem melden