Der Mitsubishi Lancer Evolution 9 ist schneller — 0.7s schneller im Durchschnitt über 22 gemeinsame Strecken.
An der Oberfläche erscheinen der Honda Civic Type R FK8 und der Mitsubishi Lancer Evolution 9 beide als turbobetriebene Vierzylinder-Ikonen, geboren aus Jahrzehnten des Motorsports. Doch kratzt man unter den Datenblättern, werden ihre Konzepte von Geschwindigkeit – und die Erlebnisse am Limit – grundverschieden. Der Civic Type R FK8 markiert den Höhepunkt moderner Frontantriebs-Ingenieurskunst: präzise, vertrauenerweckend und kompromisslos konstant. Der Evo 9 hingegen ist ein Überbleibsel aus dem Turbo-Allrad-Wettrüsten: brutaler mechanischer Grip trifft auf eine Abstimmungsvielfalt, um die ihn Tuner und Trackday-Piloten bis heute beneiden.
Starten wir mit dem Civic. Hondas Philosophie beim FK8 heißt chirurgische Präzision statt roher Gewalt. Der 2,0-Liter-VTEC-Turbo liefert seine 300 PS mit einer Linearität, die den geduldigen Fahrer belohnt, und das Fahrwerk kommuniziert so direkt wie bei kaum einem anderen Fronttriebler. Adaptive Dämpfer und die Dual-Axis-Vorderachse eliminieren Torque Steer und ermöglichen es, jede Spur Grip beim Einlenken auszunutzen. Dieser Wagen fordert dazu auf, Runde um Runde ans Limit zu gehen, ohne Angst vor plötzlichem Übersteuern oder unberechenbaren Leistungsspitzen. Auf einem technischen Kurs wie Buttonwillow 13CW bedeutet das eine dominante 1:49.9 – fast 10 Sekunden schneller als ein schwer modifizierter Evo 9. Die Magie des Civic besteht nicht nur in der Rundenzeit, sondern vor allem darin, wie zugänglich er sein Tempo macht – selbst auf Straßensemi- oder in weniger geübten Händen.
Im Gegensatz dazu steht der Lancer Evolution 9, der sich wie ein turbogeladenes Skalpell in einer Welt der Vorschlaghämmer anfühlt. Der 4G63-Motor ist legendär für seine Tuning-Reserven und liefert in der richtigen Konfiguration eine Welle an Drehmoment, besonders im mittleren Drehzahlbereich. Die wahre Genialität des Evo liegt aber im Allradsystem – vor allem mit nachgerüsteten Differenzialen und Fahrwerkskomponenten. Während der Civic stets satt und berechenbar bleibt, wirkt der Evo lebendig, willig zum Rotieren beim Lupfen oder Gasstoß, und lässt sich bis tief in den Bremspunkt mit dem Heck steuern. Er belohnt Mut und Experimentierfreude mit dem Fahrwerks-Setup. Auf Powerkursen spielt der Evo seine Stärken voll aus. Am Auto Club Speedway markiert ein 450 PS starker Evo 9 eine 1:46.72 – deutlich vor dem leichter modifizierten Type R. Je offener die Strecke, desto größer der Vorsprung des Evo, weil Leistung früh und nachhaltig abgerufen werden kann.
Doch die Rundenzeitendaten erzählen eine differenzierte Geschichte. Auf handlingfokussierten Strecken kann der Civic wieder Boden gutmachen – seine 1:38.2 in Laguna Seca liegt satte fünf Sekunden vor einem leichteren Evo auf ähnlichen Reifen. Je mehr der Kurs auf Motorleistung ausgelegt ist, desto klarer wird jedoch, dass der Evo mit massiven Umbauten die entscheidende Waffe bleibt. Auf dem Eagles Canyon Raceway stürmt ein rennfertiger Evo 9 zu einer 2:01.647 – mehr als 10 Sekunden schneller als ein serienmäßiger FK8. Ein eindeutiger Beweis: Wo Traktion alles ist, herrschen weiterhin Allradantrieb und Leistung.
Am Steuer baut der FK8 ultimatives Vertrauen auf: stabil, großzügig verzeihend und am Limit absolut berechenbar – eine Waffe sowohl für Einsteiger als auch für Routiniers. Der Evo 9 dagegen, besonders mit wachsendem Tuning, ist ein Spielplatz für Enthusiasten: anspruchsvoller, noch kommunikativer und deutlich variabler im Kurvenmittelteil, allerdings bereit zu beißen, wenn man übermütig wird. Der Kompromiss? Der Civic lässt sich konstant leichter ausreizen, während der Evo mit seinem höheren Potenzial vor allem denjenigen belohnt, die sich intensiv mit seinem Fahrwerk auseinandersetzen.
Am Ende ist der Civic Type R FK8 das Frontantriebs-Benchmark für Kopfmenschen: kompromisslos konstant, souverän in technischen Passagen und genial konstruiert für jederzeit abrufbare Performance. Der Evo 9 dagegen bleibt ein Kultheld: ungezügelt, schier endlos modifizierbar und am stärksten auf Strecken, die seine gesamte Technikpalette abrufen lassen. Was ist „besser“? Das bleibt Ansichtssache. Wer einen Wagen sucht, der Runde für Runde partnerschaftlich mitarbeitet, greift zum Honda. Wer ein Chassis will, das den Dialog sucht und die Mutigen belohnt, findet im Evo nach wie vor eine lebende Legende.
Spezifikationen
| Spezifikationen | Honda Civic Type R FK8 Civic Type R FK8 | Mitsubishi Lancer Evolution 9 Lancer Evolution 9 |
|---|---|---|
| Modelljahre | 2017-2021 | 2005-2007 |
| Pferdestärken | 300 | 286 |
| Drehmoment (N_M) | 400 | 392 |
| Zwangsinduktion | Ja | Ja |
| Gewicht (KG) | 1,416 | 1,440 |
| Leistung/Gewicht | 0.21 | 0.2 |
| Rang | #160 | #164 |
| Bereifung |
200 CONTACTSPORT 6
245/30/20 |
180 A13C
235/45/17 |
| Motorbeschreibung | 2.0L turbo I4 VTEC Honda | 2.0L turbo I4 (4G63) |
| Getriebe | 6-SPEED MANUAL TRANSMISSION (MT) WITH REV-MATCH CONTROL | 5-SPEED MANUAL |
| Antrieb Typ | FWD | AWD |
| Radstand (MM) | 2700 | 2624 |
| Breite (MM) | 1877 | 1770 |
| Länge (MM) | 4557 | 4491 |
| Höhe (MM) | 1435 | 1450 |
| 0 - 60 MPH | 5 SECs | 6 SECs |
| Höchstgeschwindigkeit (KPH) | 272 | 245 |
| Preis MSRP | $ 45,010 | $ 37,000 |
| Aktueller Wert | $ 40,000 | $ 65,000 |
| Gesamt- vs Durchschnitts-Rundenzeiten | +0.22s | -5.83s |
Honda Civic Type R FK8 Civic Type R FK8 — Rundenzeiten vs. Durchschnitt
Rundenzeiten
| Strecken Name | Civic Type R FK8 Civic Ty… | Lancer Evolution 9 Lancer E… | Differenz | Mod | Laufflächenabnutzung TW | Video |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Willow Springs Raceway (Big Willow) | 1:28.4 | 1:32.691 | -4.29 | Medium | 141–200 | |
| Laguna Seca (Pre 2023) | 1:42 | 1:43.2 | -1.2 | Light | 141–200 |