Toyota GR Supra A90/A91 vs Honda Civic Type R FL5: LapMeta Track Battle
Wenn es um moderne Performance-Ikonen geht, ziehen der Toyota GR Supra A90/A91 und der Honda Civic Type R FL5 jeweils ganz unterschiedliche Fangemeinden an – dennoch werden sie immer wieder auf den anspruchsvollsten Rennstrecken der Welt miteinander verglichen. Beide genießen großes Ansehen unter Enthusiasten und bieten in Sachen Performance weit mehr, als ihr Preisschild erwarten lässt. Doch ihre Philosophie hinsichtlich Geschwindigkeit, Gegenwert und Fahrerlebnis könnte kaum unterschiedlicher sein. Werfen wir also einen Blick in die LapMeta-Daten und schauen, wie sich diese beiden Titanen auf der Rennstrecke schlagen – und was das für ihre jeweiligen Fans bedeutet.
Rundenzeiten im Vergleich: Supra’s RWD-Kraft vs Type R’s FWD-Präzision
Auf nahezu jeder gemeinsam gefahrenen Strecke in LapMetas Datenbank setzt der Toyota GR Supra A90/A91 konstant schnellere Rundenzeiten als der Honda Civic Type R FL5 – und das oft mit signifikantem Abstand. Hier ein paar aussagekräftige Beispiele:
- Virginia International Raceway - Full Course: Der Supra markierte eine 1:53.288 (stark modifiziert) und distanziert den Type R mit dessen 2:09.5 (mittel modifiziert) um mehr als 16 Sekunden – eine Ewigkeit im Motorsport.
- Area 27 - CCW: Die Supra-Runde 2:09 (Rennumbau) lässt den Type R mit 2:24 (Serie) um 15 Sekunden zurück.
- Nürburgring Nordschleife: Hier wendet sich das Blatt. Der Civic Type R FL5 fährt im Serienzustand eine beeindruckende 7:44.881 – satte 7,3 Sekunden schneller als der Supra in Serie mit 7:52.17. Auf der Nordschleife zahlt sich Hondas Fokus auf Stabilität, Traktion und Grip an der Vorderachse aus, das komplexe Streckenlayout spielt dem FL5 in die Karten.
- NCCAR - Road Course CCW: Auch hier liegt der Civic vorn – 1:33.516 schlägt die Supra-Zeit von 1:36.33 um fast 3 Sekunden und zeigt, dass das FL5-Chassis auf engen, anspruchsvollen Kursen die GT-Ansprüche des Supra durchaus in Frage stellen kann.
Das sind allerdings Ausnahmen. Auf Power-Strecken spielt der Supra seine Stärken aus: Geradeaus-Performance, das ausgeglichene RWD-Layout und der drehmomentstarke I6 machen ihn dort zum Maßstab. Je nach Kurs und Modifikationsgrad liegen zwischen Supra und Type R Unterschiede von 8 bis 16 Sekunden pro Runde. Selbst auf technisch fordernden Kursen wie Laguna Seca distanziert der Supra mit 1:30.18 (schwer modifiziert) den Civic (1:38.06) um fast 8 Sekunden.
Ingenieurskunst, Gegenwert & Zielgruppe
Der Supra A90/A91 ist im Herzen ein moderner Grand Tourer. Mit seinem 387 PS starken, BMW-typischen Reihensechszylinder-Turbo, 500 Nm an der Hinterachse und 1.520 kg Leergewicht (3351 lb) bietet er klassische Sportwagen-Balance. Hier wurde auf Ausgewogenheit und Kraft getrimmt: Das Chassis belohnt einen flüssigen, engagierten Fahrstil und gibt jederzeit das für RWD-Plattformen typische, suchtmachende Gaspedal-Feedback. Besonders auf schnellen, weitläufigen Kurven fühlt sich der Supra zuhause, gibt dem Fahrer Raum, am Limit zu operieren und am Übergang zwischen Grip und Übersteuern zu spielen – eine ganz andere Welt als die klinische Präzision des frontgetriebenen Civic.
Allerdings liegt der heutige Marktwert des Supra deutlich über Listenpreis – nicht selten zahlt man spürbare Aufschläge, getrieben durch begrenztes Angebot und hohe Nachfrage. Für Trackday-Fans, die nach einem „Scalpel“ direkt ab Werk suchen, ist der Supra zwar schnell, doch kein Schnäppchen. Seine tuningfreundliche Plattform jedoch macht ihn zum perfekten Basisfahrzeug für kompromisslose Tracktools; das zeigen die vielen stark und rennspezifisch umgebauten Supras, die in den LapMeta-Bestzeiten weit vorne zu finden sind.
Der Civic Type R FL5 spricht ein anderes Publikum an. Mit 315 PS aus einem wilden 2,0-Liter-Turbo-Vierzylinder, 420 Nm Drehmoment und einem Leergewicht von 1.446 kg (3188 lbs) ist der FL5 ein technisches Kunststück in der FWD-Welt. Hondas Dual-Axis-Federbein-Vorderachse und das fortschrittliche Sperrdifferential sorgen dafür, dass der Civic seine Kraft nahezu ohne Torque-Steer auf die Straße bringt und damit auf anspruchsvollen Kursen sogar deutlich stärkere Gegner das Fürchten lehrt – vorausgesetzt, das fahrerische Können passt. Preis-Leistungs-mäßig kommt wenig an den Civic heran: Verglichen mit dem Supra fährt er bei vielen RWD-Sportwagen ab Werk auf Augenhöhe – und mit einer UVP, die lange erschwinglich blieb (auch wenn die jüngsten Marktentwicklungen die Preise steigen ließen).
Der Civic Type R richtet sich an Fahrer, die jede Zehntel aus einer Kurve herausquetschen wollen, vorausschauende Kontrolle und messerscharfes Einlenken schätzen – und sich vom FWD-Image nicht abschrecken lassen. Besonderes Highlight: sein 7:44.881-Rundenrekord auf der Nordschleife, der ihn in der internationalen Hot-Hatch-Szene ganz nach vorne bringt.
Fazit: Welcher Weg führt zur Bestzeit?
Die LapMeta-Daten sprechen eine deutliche Sprache: Der Toyota GR Supra A90/A91 ist auf den meisten Strecken das schnellere Auto – oft mit Abständen, die im Wettbewerb mehr als deutlich wären. Seine Kombination aus Power, RWD-Fahrdynamik und Tuningpotenzial macht ihn zur echten Waffe – vor allem für die, die bauen, feinabstimmen oder Rundenrekorde jagen wollen.
Doch der Honda Civic Type R FL5 ist alles andere als ein Underdog. Auf den schwierigsten Strecken der Welt – und vor allem im Serien- oder Leichtmodifikations-Trimm – beweist er, dass clevere Ingenieurskunst, Chassis-Balance und Fahrervertrauen pure PS locker schlagen können. Für Fans, die ein Alltagsauto suchen, das klassische Sportler unter den richtigen Bedingungen regelrecht blamiert, ist der FL5 eine echte Offenbarung.
Am Ende spiegelt die Wahl auch Persönlichkeit und Fahrstil wider: Sehnen Sie sich nach dem Drama und der Belohnung von Hinterradantrieb – oder nach der unermüdlichen Präzision eines Hot Hatch mit Frontantrieb? Die LapMeta-Daten zeigen klar: Beide Wege führen aufs Podium – nur auf vollkommen unterschiedlichen Routen.
Spezifikationen
| Spezifikationen | Toyota GR Supra A90/A91 GR Supra A90/A91 | Honda Civic Type R FL5 Civic Type R FL5 |
|---|---|---|
| Modelljahre | 2019-2026 | 2023-2025 |
| Pferdestärken | 387 | 315 |
| Drehmoment (N_M) | 500 | 420 |
| Zwangsinduktion | Ja | Ja |
| Gewicht (KG) | 1,520 | 1,446 |
| Leistung/Gewicht | 0.25 | 0.22 |
| Rank | #89 | #146 |
| Bereifung |
300 PILOT SUPER SPORT
255/35/19 / 275/35/19 |
300 PILOT SPORT 4S
265/30/19 |
| Motorbeschreibung | 2,998 cc (2.998 L; 182.9 cu in) BMW B58B30O1 I6 | 2.0-liter turbocharged inline-4 (K20C1) |
| Getriebe | 8-SPEED ZF 8HP AUTOMATIC | 6-SPEED MANUAL WITH REV-MATCHING |
| Antrieb Typ | RWD | FWD |
| Radstand (MM) | 2469 | 2736 |
| Breite (MM) | 1864 | 1890 |
| Länge (MM) | 4379 | 4547 |
| Höhe (MM) | 1295 | 1407 |
| 0 - 60 MPH | 4 SECs | 5 SECs |
| Höchstgeschwindigkeit (KPH) | 249 | 272 |
| Preis MSRP | $ 55,250 | $ 38,000 |
| Aktueller Wert | $ 52,000 | $ 43,000 |
| Gesamt- vs Durchschnitts-Rundenzeiten | -5.58s | +0.07s |