BMW M240i F22 vs BMW M240i xDrive: Turbo-geladene Geschwister im Track-Duell
Der BMW M240i F22 und sein allradgetriebenes Pendant, der M240i xDrive, verkörpern zwei Facetten derselben bayerischen DNA. Beide werden vom hochgelobten 3,0-Liter-B58-Reihensechszylinder mit Turboaufladung angetrieben und bieten identische Drehmomentwerte, unterscheiden sich jedoch grundlegend in der Kraftübertragung: Hinterradantrieb beim F22, Allradantrieb beim xDrive. Für Trackday-Enthusiasten und ambitionierte Wochenendfahrer ist entscheidend, wie sich diese Ingenieursphilosophien auf Rundenzeiten und Fahrcharakteristik auswirken. Werfen wir einen Blick auf die Daten von LapMeta und sehen, wo sich diese Geschwister einordnen.
Direktvergleich: Rundenzeiten und Performance auf der Strecke
Leistungsdaten erzählen nur die halbe Wahrheit—die Stoppuhr zeigt das wahre Bild. Auf dem anspruchsvollen Virginia International Raceway - Grand West Course liegt die beste Serien-Rundenzeit des heckgetriebenen BMW M240i F22 bei 3:08. Der BMW M240i xDrive, ausgestattet mit demselben Motor, aber Allradtraktion und einem nicht zu vernachlässigenden Mehrgewicht von 465 Pfund, knallt eine beeindruckende 3:00,6 hin. Das bedeutet einen klaren Vorsprung von 7,4 Sekunden für den xDrive—eine Ewigkeit im Track-Kontext.
Dieses Ergebnis unterstreicht den Vorteil der modernen BMW-Allradsysteme, besonders bei wechselnden Bedingungen oder auf Kursen mit engen, technisch anspruchsvollen Passagen, in denen Traktion aus langsamen Kurven entscheidend ist. Die Fähigkeit des xDrive, das volle Drehmoment von 500 Nm souverän und ohne Drama auf den Asphalt zu bringen, trotz Mehrgewicht, ist ein Paradebeispiel für das Können der BMW-Fahrwerks- und Traktionsabstimmung.
Doch es gibt Nuancen. Der M240i F22, leichter und heckgetrieben, liefert die klassisch-verspielte Balance, die BMW-Fans schätzen. Seine Rundenzeiten erreichen zwar nicht das absolute Niveau des xDrive, bleiben aber gerade für Fahrer, die ein puristisches und kommunikatives Fahrgefühl suchen, absolut konkurrenzfähig. Mit einer Gesamtpace, die 0,35% schneller als der Durchschnitt liegt (über 29 geloggte Runden von 25 Fahrern), belohnt der F22 fahrerisches Können und Feingefühl am Gas—besonders für Liebhaber des klassischen Hinterradantriebs.
Preis, Wertigkeit und die Enthusiasten-Formel
Aus Käufersicht sprechen beide Varianten gezielt die Enthusiasten an, die mehr als alltagstaugliche Mobilität erwarten. Der Listenpreis des M240i F22 lag als Neuwagen stets etwas unter dem des xDrive, allerdings blieb der Abstand meist moderat—hauptsächlich bedingt durch die zusätzliche Technik und Komplexität des Allradsystems. Heute hängen die Gebrauchtpreise stark von Region und Laufleistung ab, aber das geringere Gewicht, der einfachere Antriebsstrang und leicht niedrigere Unterhaltskosten des F22 machen ihn gerade für Track-orientierte Käufer begehrenswert. Der xDrive punktet dagegen mit ganzjähriger Alltagstauglichkeit und seiner Performance-Überlegenheit, was ihm eine breitere Zielgruppe erschließt.
Beide Fahrzeuge sind ab Werk schnell, doch als „unbesiegbare Wunderwaffen“ im Serienzustand treten sie nicht an. Vielmehr dienen beide als exzellente Basis: Der B58-Motor gilt als äußerst tuning-freundlich, und beide Fahrwerke nehmen Upgrades in puncto Bremsen, Reifen und Fahrwerkstechnik problemlos auf. Die leichtere RWD-Architektur des F22 macht ihn insbesondere bei Modifikationsfans beliebt: Weniger Gewicht bedeutet mehr Agilität, geringeren Verschleiß an Verschleißteilen und ein direkteres Feedback zwischen Fahrer und Fahrzeug. Der xDrive hingegen brilliert als unscheinbarer Geradeaus-Sprinter—sein AWD-System setzt Leistungsupgrades souverän um, bezahlt wird dies freilich mit mehr Komplexität und Gewicht.
Fahrcharakter: Ingenieursphilosophie in der Praxis
Am Ende entscheidet die persönliche Vorliebe zwischen M240i F22 und M240i xDrive. Der F22 interpretiert die klassische BMW-Kompaktcoupé-Formel modern: lebendig, ausgewogen, fahraktiv, mit einem Heck, das dem geübten Piloten stets zur Rotation bereitsteht. Ein Auto für all jene, die am Limit mit dem Fahrzeug „tanzen“ wollen—nicht nur Bestzeiten jagen.
Der M240i xDrive hingegen präsentiert sich als technisches Kraftpaket. Er ist das Fahrzeug für diejenigen, die in jeder Lage maximale Konstanz, Vertrauen und kompromisslose Pace abrufen wollen—wie sein 7,4-Sekunden-Vorsprung am VIR eindrucksvoll belegt. Für Fahrer, die Wert auf zugängliche und jederzeit reproduzierbare Geschwindigkeit legen, ist der xDrive die überzeugende Wahl.
Fazit: Der F22 ist die Wahl des Kenners—leichter, analoger, und reich an Rückmeldung für den Fahrer. Der xDrive ist das Werkzeug des Modernisten—schneller, fehlertolerant und unerbittlich auf Rundenzeiten fokussiert. Beide sind echte Erben der BMW-Enthusiastentradition, doch nur einer kann den Titel an der Stoppuhr einheimsen. Am VIR trägt diesen Kranz derzeit der xDrive.
Spezifikationen
| Spezifikationen | BMW M240i F22 M240i F22 | BMW M240i xDrive M240i xDrive |
|---|---|---|
| Modelljahre | 2016-2021 | 2022-2024 |
| Pferdestärken | 335 | 382 |
| Drehmoment (N_M) | 500 | 500 |
| Zwangsinduktion | Ja | Ja |
| Gewicht (KG) | 1,545 | 1,756 |
| Leistung/Gewicht | 0.22 | 0.22 |
| Rank | #216 | - |
| Bereifung |
300 PILOT SUPER SPORT
225/40/18 / 245/35/18 |
300 PILOT SPORT 4S
225/40/18 / 245/35/18 |
| Motorbeschreibung | 3.0L turbo I6 (B58 ) | 3.0L turbo I6 (B58 ) |
| Getriebe | 8-SPEED SHIFTABLE AUTOMATIC | 8-SPEED SHIFTABLE AUTOMATIC |
| Antrieb Typ | RWD | AWD |
| Radstand (MM) | 2690 | 2741 |
| Breite (MM) | 1774 | 1839 |
| Länge (MM) | 4454 | 4557 |
| Höhe (MM) | 1408 | 1405 |
| 0 - 60 MPH | 4.8 SECs | 4 SECs |
| Höchstgeschwindigkeit (KPH) | 249 | 249 |
| Preis MSRP | $ 46,350 | $ 48,550 |
| Aktueller Wert | $ 40,000 | $ 52,500 |
| Gesamt- vs Durchschnitts-Rundenzeiten | +2.41s | +1.96s |