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Wer ist schneller?

Der Mazda Miata MX-5 NA ist schneller — im Schnitt 5.3s flotter über 27 gemeinsame Strecken.

Vergessen wir für einen Moment das PS-Wettrüsten und betrachten zwei Autos, die die Trackday-Kultur von völlig unterschiedlichen Seiten geprägt haben: den ersten Mazda Miata MX-5 NA und den Toyota GR Corolla. Der eine steht wie kein zweiter für Purismus und Fahrgefühl, der andere ist eine turbobefeuerte, allradgetriebene Waffe, gezüchtet für Performance im Hier und Jetzt. Beide verfolgen ihre ganz eigene Philosophie auf der Stoppuhr – und der Kontrast ist ebenso aufschlussreich wie die gemessenen Zeiten selbst.

Der Miata NA verkörpert Minimalismus in Reinkultur: kaum mehr als 2.100 lbs, Hinterradantrieb und ein Fahrwerk, das als Referenz für Rückmeldung gilt. Doch die nackten Zahlen deuten das Erlebnis nur an. Denn die Fahrwerksgeometrie, der niedrige Trägheitsmoment und die ungefilterte Zahnstangenlenkung lassen das Auto förmlich unter einem lebendig werden. Auf einer anspruchsvollen Strecke ist der Miata Gesprächspartner auf Augenhöhe – Verzögern auf der Bremse rotiert ihn intuitiv, Gaslupfen bringt kontrolliertes Übersteuern, jede Lenkeingabe wird direkt auf den Asphalt übertragen. Deshalb bleibt die Grundbalance des Fahrzeugs selbst bei drastischen Leistungssteigerungen (durch Umbauten oder Turbokits) erhalten. Am Beispiel Laguna Seca: Ein stark modifizierter Miata mit Schrottplatz-LS1 fährt eine 1:33.9 – und unterbietet damit den deutlich stärkeren GR Corolla mit seiner 1:42.8 um fast neun Sekunden. Das Geheimnis des Miata ist also nicht nur Leistung, sondern dass ein Könner in jeder Runde jedes Zehntel herauskitzeln kann.

Der GR Corolla wiederum ist die Essenz moderner Hot-Hatch-Entwicklung. Sein turboaufgeladener Dreizylinder liefert satte 300 PS, die über ein ausgeklügeltes Allradsystem auf die Strecke gehen. Das sorgt für unnachgiebige Traktion, vor allem am Kurvenausgang – ein echter Trumpf auf Kursen mit langen Geraden oder wechselndem Grip. Dennoch ist der GR Corolla kein grober Prügel: Kontrollierte Differenziale und die Multilenker-Hinterachse verleihen ihm eine erstaunliche Agilität für einen Hatch mit 3.200 lbs. Trotzdem bleibt stets das Gefühl von Masse und Sicherheit gegenüber dem federleichten Miata. Auf Power-Strecken wie Sandown International Motor Raceway zahlt sich die moderne Technik aus: Die 1:25.6 des GR Corolla distanziert die 1:39.802 des Miata – eine Lücke von 14 Sekunden, die zeigt, wie Turbo-Power und Allrad dann dominieren, wenn es um reinen Vortrieb geht.

Doch Zahlen erzählen selten die ganze Geschichte. Gerade im Renntrimm ist das Miata-Fahrwerk purste Kommunikation. Auf Strecken, wo Rhythmus, Lastwechsel und Kurvenspeed zählen, belohnt er den engagierten Fahrer mehr als jedes Datenblatt. Beispiel Buttonwillow 13CW: Ein Miata auf Hoosier A7 fährt hier eine 1:46.857, während der GR Corolla mit einer 2:00.97 zurückbleibt – obwohl die Leistungswerte dieser beiden Builds ähnlich liegen. Es sind nicht nur Reifen oder Gewicht, sondern die Fähigkeit des Miata, das Tempo mitzunehmen, spontan rotieren zu können und den Fahrer am Limit förmlich tanzen zu lassen. Die Corolla hingegen verlangt einen entschlosseneren Fahrstil: spät bremsen, früh aufs Gas und dem Grip vertrauen. Sie bleibt stets zugänglich, verzeiht Fehler, liefert konstante und stabile Runden – aber mit dem gleichen Fingerspitzengefühl wie der Miata belohnt sie nicht.

Beide Konzepte haben ihre Schattenseiten. Die ausgefeilte Technik und Power des GR Corolla machen schnelle Rundenzeiten mit weniger Aufwand möglich, vor allem für Fahrer, die vor allem Vertrauen und Konsistenz suchen. Sein Gewicht und seine Komplexität nehmen ihm allerdings etwas von der Transparenz, die Miata-Puristen so lieben. Der NA Miata hingegen verlangt Präzision und belohnt Geduld – „slow car fast“ in seiner reinsten Form. Und je weiter das Tuning geht, desto süchtigmachender wird seine Leichtigkeit und Rückmeldung. Für den Fahrer, der lernen, sich verbessern und jedes Detail von Grip und Drift spüren will, bleibt der Miata unerreicht.

Wer also greift zu welchem Auto? Der GR Corolla ist der Trackday-Allrounder für den Pragmatiker: schnell, fehlertolerant und auf Kursen, wo Power und Traktion trumpfen, verheerend effektiv. Der Miata NA hingegen ist für diejenigen, die stets gefordert werden wollen, die ständig dazulernen und immer ein ehrliches Feedback suchen – ein Auto, das jede Runde zur Lehrstunde in Fahrzeugbeherrschung macht. Die Rundenzeit schwankt je nach Aufbau und Strecke erheblich, doch eines bleibt: Der Miata ist das Instrument für Puristen, die Corolla die Demonstration, wie weit moderne Ingenieurskunst heute reicht. Die Wahl verrät oft mehr über die Fahrphilosophie als über die reine Geschwindigkeit.

Letztmals aktualisiert: Mar 8, 2026

Spezifikationen

Spezifikationen Mazda Miata MX-5 NA Miata MX-5 NA Toyota GR Corolla GR Corolla
Modelljahre 1989-1997 2023-2025
Pferdestärken 115 300
Drehmoment (N_M) 134 273
Gewicht (KG) 962 1,483
Leistung/Gewicht 0.12 0.2
Rank #277 #217
Bereifung 200 POTENZA RE-71RS
185/60/14
280 ADVAN APEX V601
235/40/18
Motorbeschreibung 1.6L NA I4 (B6-ZE ) 1.6-litre turbo three-cylinder engine
Getriebe 5-SPEED M526 MANUAL 6 SPEED MANUAL
Antrieb Typ RWD AWD
Radstand (MM) 2266 2639
Breite (MM) 1674 1849
Länge (MM) 3950 4409
Höhe (MM) 1229 1453
0 - 60 MPH 9.1 SECs 4.9 SECs
Höchstgeschwindigkeit (KPH) 195 230
Preis MSRP $ 14,000 $ 44,420
Aktueller Wert $ 14,000 $ 40,000
Gesamt- vs Durchschnitts-Rundenzeiten +6.5s +2.89s

Mazda Miata MX-5 NA Miata MX-5 NA — Lap Times vs Average

Laufflächenabnutzung/MOD LEVEL Serienklasse/Leichtbauklasse S/L Mittel M Schwer/Rennen S/R
>200 +8.71s +8.71s +7.93s
141–200 +8.71s +8.71s +0.34s
100–140 +8.24s +8.24s -1.45s
0–99 +8.24s +4.02s -4.45s

Toyota GR Corolla GR Corolla — Lap Times vs Average

Laufflächenabnutzung/MOD LEVEL Serienklasse/Leichtbauklasse S/L Mittel M Schwer/Rennen S/R
>200 +5.53s +2.7s
141–200 +3.69s +2.7s +1.36s
100–140 +3.62s
0–99 -0.07s
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