Der Toyota GR Supra A90/A91 ist schneller — im Schnitt 2.4s flotter über 58 gemeinsame Strecken.
Ford Mustang Shelby GT350 S550 vs Toyota GR Supra A90/A91: Das Track-Duell der Gegensätze
Daten, Charakter und Käuferprofile: Muscle-Car trifft Moderne
Der Ford Mustang Shelby GT350 S550 und der Toyota GR Supra A90/A91 stehen für zwei völlig unterschiedliche Spielarten fahraktiver Tracktools. Der Shelby verkörpert als uramerikanischer Athlet mit 5,2-Liter-Saugmotor und Flat-Plane-V8 satte 526 PS und 581,65 Nm Drehmoment. Mit einem Leergewicht von 3.760 lbs setzt das heckgetriebene Biest weniger auf reine Zahlen als auf das Erlebnis hinterm Steuer. Dem gegenüber steht der Supra als modernes Coupé—mit 3.351 lbs deutlich leichter, angetrieben von einem aufgeladenen, BMW-stämmigen 3,0-Liter-Reihensechser (387 PS, 500,3 Nm)—ebenfalls mit Hinterradantrieb, jedoch mit Fokus auf Ausgewogenheit und Effizienz.
Die Zielgruppen unterscheiden sich mindestens so stark wie die Charaktere der Fahrzeuge. Der GT350 spricht Puristen an, die nach einem Saugmotor mit spontaner Gasannahme, Handschaltung und dem unverwechselbaren Kreischen des Voodoo-V8 suchen. Er fühlt sich auf dem Autocross genauso zuhause wie beim lokalen Cars & Coffee. Der Supra hingegen lockt Fahrer, die ein modernes, kompaktes und extrem taugliches Setup wollen—Track-Day-Enthusiasten, Wochenend-Kurvenjäger und Technikfans, die die Verbindung deutscher und japanischer Ingenieurskunst schätzen.
Der Listenpreis des GT350 startete im niedrigen $60K-Bereich, Sammelinteresse und ein gewisser Kultstatus führen inzwischen dazu, dass Preise stabil bleiben oder sogar steigen—insbesondere für spätere Baujahre mit wenig Laufleistung. Der Supra lag preislich neu im mittleren bis hohen $40K-Umfeld; die Wertentwicklung bleibt bisher freundlich, und dank Tuningpotenzial bleibt die Nachfrage auch am Gebrauchtmarkt lebendig. Beide bieten ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis, doch während der GT350 als „Letzter seiner Art“ gilt, ist der Supra die ideale Basis für modernes Performance-Tuning.
Rundenzeiten im Vergleich: Wo Muscle auf Momentum trifft
Auf dem Papier sollte der V8 des Shelby auf den Geraden dominieren, doch die Praxis erzählt eine differenzierte Geschichte. Über verschiedenste Strecken und Tuninglevels hinweg zeigt der Toyota GR Supra A90/A91 regelmäßig deutlich schnellere Rundenzeiten—teils mit erstaunlichem Vorsprung, vor allem getunt oder auf Semi-Slicks.
Ein Blick nach Thunderhill - East 3 Mile w/ Bypass: Der Supra brilliert mit 1:49.6 (stark modifiziert)—das sind satte 15,5 Sekunden weniger als der GT350 mit 2:05.1 (leichte Modifikationen). Ähnliches Bild auf Road Atlanta—der Supra fährt mit 1:25.8 (Rennsetup) dem seriennahen GT350 mit 1:40.7 regelrecht davon.
Auch auf Strecken, auf denen beide Fahrzeuge in ähnlich leicht modifiziertem Zustand auftreten, liegt der Supra meist vorn: In Laguna Seca knackt ein 1:30.18 (stark modifizierter Supra) die Zeit des leicht modifizierten GT350 (1:42.18) um satte 12 Sekunden. Auf weiteren Rennstrecken wie Ridge Motorsports Park, Sonoma oder Carolina Motorsports Park sorgen die Agilität und der Turbopunch des Supra immer wieder für beeindruckenden Real-World-Speed.
Doch auch der Shelby hat seine Sternstunden. Auf dem Buttonwillow Raceway etwa fährt ein stark modifizierter GT350 mit 1:48.05 die Serienversion des Supra (1:58.474) regelrecht in Grund und Boden—über 10 Sekunden schneller. Auf dem Auto Club Speedway’s Road Course knackt ein hochgerüsteter GT350 die 1:44.1, womit er einem leicht modifizierten Supra (1:52.555) deutlich davonfährt. Dreht der Mustang richtig auf—mit Slicks und kompromisslosem Setup—macht ihm seine schiere Power und der klassische Hinterradantriebs-Charakter vor allem auf Highspeed-Kursen das Leben leicht.
Die Dominanz des Supra wird jedoch besonders in der Breite seiner Erfolge sichtbar. Selbst auf Strecken, wo der Abstand schrumpft, wie etwa Willow Springs - Big Willow (1:23.137 Supra vs 1:24.16 GT350), nimmt der leichtere und agilere Toyota dem Amerikaner dennoch eine ganze Sekunde ab. Und selbst auf fahrerisch anspruchsvollen Rundkursen wie Lime Rock bringt der Supra mit 55.2 fast vier Sekunden Zwischenraum zum GT350 (59.1).
Technik, Tuningpotenzial und Verhalten auf der Strecke
Die Faszination des GT350 liegt in seinem Flat-Plane-V8: ein wild drehender, charismatischer Motor, der lineare Kraft und einen Gänsehaut-Soundtrack liefert. Dank ausgewogenem Fahrwerk, Torsen-Differenzial und Magnetridedämpfern ist er agiler als je ein Mustang zuvor, dennoch machen das hohe Leergewicht und der lange Radstand in engen Kurven spürbar Boden gegenüber dem kompakten, turboaufgeladenen Supra gut.
Der BMW B58-Reihensechser im Supra ist das Sinnbild moderner Motorentechnik: seidenweich, elastisch, und mit Zwangsbeatmung nahezu grenzenlos modifizierbar. Das Gesamtfahrzeug wirkt leichter, kompakter und lässt sich am Limit exakter platzieren. So wird der Supra nicht nur ab Werk schnell, sondern nimmt Tuning—mittels großer Turbos, Software und Fahrwerksupgrades—geradezu gierig auf, wie die Rundenzeiten eindrucksvoll belegen.
Im Serienzustand oder mit leichten Upgrades sind beide schnell—doch Gewichtsvorteil und Turbo machen den Supra breiter aufgestellt. Der GT350 lässt sich auf brutal schnelle Zeiten trimmen, doch es braucht reichlich Investitionen in Reifen, Bremsen und Fahrwerk, um mit einem aufgebauten Supra Schritt zu halten. Der Ford punktet mit Emotion und Dramatik; der Toyota ist das Skalpell—präzise, effektiv, schonungslos schnell.
Fazit: Welches Auto für welchen Fahrertyp?
Wer unverfälschte, analoge Fahrfreude sucht—V8-Donner, Schaltknauf in der rechten Hand und das Gefühl, ein Biest gemeistert zu haben—für den ist der Shelby GT350 S550 eine Ikone und in fähigen Händen nach wie vor eine
Spezifikationen
| Spezifikationen | Ford Mustang Shelby GT350 S550 Mustang Shelby GT350 S550 | Toyota GR Supra A90/A91 GR Supra A90/A91 |
|---|---|---|
| Modelljahre | 2015-2020 | 2019-2026 |
| Pferdestärken | 526 | 387 |
| Drehmoment (N_M) | 582 | 500 |
| Gewicht (KG) | 1,706 | 1,520 |
| Leistung/Gewicht | 0.31 | 0.25 |
| Rank | #117 | #87 |
| Bereifung |
300 PILOT SUPER SPORT
305/35/19 |
300 PILOT SUPER SPORT
255/35/19 / 275/35/19 |
| Motorbeschreibung | 5.2L NA flat-plane V8 (Voodoo) | 2,998 cc (2.998 L; 182.9 cu in) BMW B58B30O1 I6 |
| Getriebe | TREMEC TR-3160 6-SPEED MANUAL | 8-SPEED ZF 8HP AUTOMATIC |
| Antrieb Typ | RWD | RWD |
| Radstand (MM) | 2720 | 2469 |
| Breite (MM) | 1928 | 1864 |
| Länge (MM) | 4783 | 4379 |
| Höhe (MM) | 1382 | 1295 |
| 0 - 60 MPH | 4.2 SECs | 4 SECs |
| Höchstgeschwindigkeit (KPH) | 278 | 249 |
| Preis MSRP | $ 63,495 | $ 55,250 |
| Aktueller Wert | $ 67,000 | $ 52,000 |
| Gesamt- vs Durchschnitts-Rundenzeiten | -3.78s | -5.58s |