Der Toyota GR Supra A90/A91 ist schneller — im Schnitt 5.7s flotter über 52 gemeinsame Strecken.
Auf den ersten Blick scheinen die Chevrolet Corvette Stingray C7 Z51 und die Toyota GR Supra A90/A91 aus völlig verschiedenen automobilen Welten zu stammen – hier das letzte Aufbäumen amerikanischer V8-Saugmotoren-Power, dort eine deutsch-japanische Turbo-Kollaboration, durch Toyotas Sportwagen-DNA gefiltert. Und doch ist ihr Kräftemessen auf der Rennstrecke eine Lehrstunde darin, wie unterschiedliche Philosophien dasselbe Ziel verfolgen können: absolute Rundenzeit.
Die C7 Z51 ist kompromisslos old school. Ihr 6,2-Liter-LT1-V8 liefert einen linearen, donnernden Schub – Drehmoment überall, Leistung stets auf Abruf. Das Aluminium-Chassis mit Transaxle-Hinterachse ist klassischer Corvette-Stil: lange Nase, kurzes Heck, und ein dramatisches Gefühl unter Volllast. Wer am Kurvenausgang mutig ist, wird belohnt – hier lässt sich die Linie noch immer mit dem rechten Fuß diktieren. Doch diese Muskelkraft hat zwei Seiten. Auf verwinkelten Kursen wird das Gewicht der Corvette und die vorderachsbetonte Gewichtsverteilung schnell zur Herausforderung, gerade wenn die Reifen abbauen. Das Z51-Lenken reagiert direkt, aber nie chirurgisch präzise. Es kommuniziert, bleibt dabei aber angenehm „old school“ und verlangt am Limit Erfahrung und Vertrauen, um ausgekostet zu werden.
Im Gegensatz dazu bringt die Supra A90/A91 eine ganz andere Dynamik mit. Der aufgeladene BMW B58-Reihensechszylinder liefert seinen Schub mit raffinierter Vehemenz – ein breites, drehmomentstarkes Mittelfeld, dessen Turbo-Ansprache beinahe elektrisch wirkt. Der kürzere Radstand und die Doppelquerlenker-Vorderachse verleihen der Supra eine beeindruckende Rotationsfreude am Kurveneingang, vor allem beim Anbremsen in die Kurve. Der Wagen wirkt satt, agil und – das Entscheidende – in jeder Hinsicht ausnutzbar, egal ob Anfänger oder Routinier am Steuer. Weniger Theater, mehr Kontrolle. Die semiaktive Dämpfung und moderne Elektronik machen Bodenwellen im Scheitelpunkt vergessen, und dank Turbokraft lässt sich die Leistung auf den Meter genau dosieren.
Der Faktencheck ist eindeutig: Die Supra zieht der C7 Z51 auf verschiedensten Strecken und mit unterschiedlichstem Setup kontinuierlich davon. Ein Blick nach Road Atlanta: Dort umrundete eine rennfertig vorbereitete Supra A90/A91 den Kurs in 1:25.8 – satte 12 Sekunden schneller als eine sauber pilotierte, mittelmäßig modifizierte Corvette Z51 (1:38.03). Auch auf technischen Strecken wie dem Barber Motorsports Park glänzt die Agilität der Supra: 1:33.65 gegenüber 1:39 für die Corvette. Selbst auf Highspeed-Kursen wie VIR behauptet sich die Supra – vor allem im getunten Zustand (1:53.288 vs. 2:00.8 bei der Corvette). Das Muster bleibt: Die Supra passt sich an – egal welches Layout, welcher Reifen, welches Tuningniveau.
Wodurch erklärt sich diese Dominanz? Ein wesentlicher Faktor ist die Anpassungsfähigkeit und das enorme Tuningpotenzial. Der B58 der Supra spricht auf Leistungssteigerungen regelrecht gierig an – viele Exemplare auf Semi-Slicks liegen weit oberhalb der Werksangabe. Doch selbst bei vergleichbarer Vorbereitung und Bereifung machen Fahrwerksbalance, niedrigeres Trägheitsmoment und Turbopunch den Unterschied in jeder Phase einer Runde. Die Z51 verzeiht weniger und reagiert auch auf Upgrades nicht ganz so dynamisch – ihre Stärken sind gesetzt: viel Leistung, viel Sound, aber auch mehr Masse und ein engeres Fenster, um das Maximum herauszukitzeln.
Für den Fahrer ist die Wahl Philosophiefrage. Die C7 Z51 richtet sich an jene, die kämpfen wollen – Gewichtstransfer und Gasübersteuern zu meistern, dem V8 seinen urigen Sound und seine Belohnung abzuringen. Die Supra lädt ein zum Experimentieren und zur Präzision – eine Maschine für Denker, agil, zugänglich, und gleichermaßen geeignet für Track-Einsteiger wie für erfahrene Piloten. Am Limit schmeichelt die Supra, während die Corvette Respekt fordert und Gier bestraft. In der heutigen Trackday-Welt hat sich das Blatt gewendet: Mit ihrem Mix aus modernster Technik, Tuning-Spielraum und ausgewogener Fahrwerkscharakteristik ist die Supra nicht nur meist das schnellere, sondern vor allem das ausnutzbarere Auto – und das auf nahezu jeder Strecke.
Spezifikationen
| Spezifikationen | Chevrolet Corvette Stingray C7 Corvette Stingray C7 | Toyota GR Supra A90/A91 GR Supra A90/A91 |
|---|---|---|
| Modelljahre | 2014-2019 | 2019-2026 |
| Pferdestärken | 466 | 387 |
| Drehmoment (N_M) | 630 | 500 |
| Gewicht (KG) | 1,496 | 1,520 |
| Leistung/Gewicht | 0.31 | 0.25 |
| Rank | #159 | #87 |
| Bereifung |
180 PILOT SPORT CUP 2
245/35/19 / 285/30/20 |
300 PILOT SUPER SPORT
255/35/19 / 275/35/19 |
| Motorbeschreibung | 6.2L NA V8 (LT1 ) | 2,998 cc (2.998 L; 182.9 cu in) BMW B58B30O1 I6 |
| Getriebe | 7-SPD MAN W/OD | 8-SPEED ZF 8HP AUTOMATIC |
| Antrieb Typ | RWD | RWD |
| Radstand (MM) | 2710 | 2469 |
| Breite (MM) | 1877 | 1864 |
| Länge (MM) | 4493 | 4379 |
| Höhe (MM) | 1240 | 1295 |
| 0 - 60 MPH | 4 SECs | 4 SECs |
| Höchstgeschwindigkeit (KPH) | 306 | 249 |
| Preis MSRP | $ 55,400 | $ 55,250 |
| Aktueller Wert | $ 53,000 | $ 52,000 |
| Gesamt- vs Durchschnitts-Rundenzeiten | -1.68s | -5.58s |
Chevrolet Corvette Stingray C7 Corvette Stingray C7 — Lap Times vs Average
Rundenzeiten
| Strecken Name | Corvette Stingray C7 Corvette… | GR Supra A90/A91 GR Supra… | Diff | Mod | Laufflächenabnutzung TW | Video |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Ridge Motorsports Park (Current) | 1:51.2 | 1:40.11 | +11.09 | Heavy | 141–200 | |
| Road Atlanta (Current) | 1:38.03 | 1:33.82 | +4.21 | Medium | 141–200 | |
| New Jersey Motorsports Park-NJMP (Lightning) | 1:14.5 | 1:14.2 | +0.3 | Light | 141–200 | |
| Motorsport Ranch-MSR Cresson (1.7 CCW) | 1:23.4 | 1:19.997 | +3.4 | Medium | 141–200 | |
| Area 27 (CCW) | 2:24 | 2:15.6 | +8.4 | Medium | 141–200 | |
| Eagles Canyon Raceway (2.7 miles CCW) | 2:11.35 | 2:04.38 | +6.97 | Medium | 141–200 | |
| Thunderhill (West) | 1:25.8 | 1:21.3 | +4.5 | Medium | 141–200 | |
| MSR Houston (CW) | 1:43.2 | 1:39.903 | +3.29 | Medium | 0–99 | |
| Virginia International Raceway - VIR (Full Course) | 2:10.48 | 2:08 | +2.48 | Light | 141–200 | |
| Grattan Raceway (CW) | 1:28.15 | 1:25.28 | +2.87 | Medium | 141–200 | |
| Thunderhill (5 Mile w/Double Bypass) | 3:24 | 3:08.53 | +15.47 | Medium | 141–200 |