Der Honda Civic Type R FN2 ist schneller — 5.7s schneller im Durchschnitt über 19 gemeinsame Strecken.
Der Toyota GT86 ZN6 und der Honda Civic Type R FN2 mögen auf den ersten Blick ähnliche Konzepte verfolgen – beides sind leichte, saugmotorisierte 2,0-Liter-Coupés, die ganz auf Fahrspaß ausgelegt sind –, doch die zugrunde liegenden Ingenieursphilosophien könnten unterschiedlicher kaum sein. Während der GT86 eine japanische Hommage an Balance, Heckantrieb-Purismus und das Bewahren von Schwung darstellt, verkörpert der FN2 Type R Hondas Hot-Hatch-Genetik: Frontantrieb, entwickelt, um mit Grip, Drehzahlfreude und Beharrlichkeit Rundenzeiten zu erzielen. Auf dem Papier ähneln sich Leistung und Gewicht stark, aber auf der Rennstrecke zeigt die Stoppuhr, wie entscheidend das Zusammenspiel von Fahrwerkslayout und Antriebskonzept das Fahrerlebnis prägen.
Analysiert man die Daten von LapMeta, setzt sich der Civic Type R FN2 konsequent mit schnelleren Rundenzeiten durch, insbesondere auf mittleren bis schnellen Strecken. Auf dem Oulton Park - International Circuit etwa fuhr der FN2 eine 1:54.12 – satte 15,88 Sekunden vor dem GT86 mit 2:10. Auch wenn der Civic auf besseren Reifen und aggressiver abgestimmt unterwegs war, beeindruckt vor allem das effiziente Umsetzen der Leistung über die Vorderachse. Die Torsionslenker-Hinterachse und das Sperrdifferenzial ermöglichen es dem versierten Fahrer, beherzt Kerbs anzugreifen und aus Kurven heraus früh aufs Gas zu gehen – ohne großes Drama. Der legendäre K20-Motor hängt gierig am Gas und ist stets bereit, den nächsten Scheitelpunkt anzusteuern, während die Front beim harten Anbremsen und späten Einlenken unbeirrt die Linie hält – ein Vorteil, der sich auch auf Kursen wie Cadwell Park bezahlt macht (1:41.65 gegenüber 1:50.36 im GT86).
Der GT86 hingegen steht für Flow und Rückmeldung. Sein Hinterradantrieb, der niedrige Schwerpunkt durch den FA20-Boxer und das verspielte Fahrwerk belohnen insbesondere jene Fahrer, die Feingefühl und Präzision höher schätzen als pure Aggression. Am Limit wird der Toyota zum Dialogpartner: Er zeigt Gewichtsverlagerungen an, nimmt Gasbefehle bereitwillig zum Rotieren auf und lädt den Könner förmlich dazu ein, im Grenzbereich zu tänzeln. Gerade auf technisch anspruchsvollen, engen Kursen kann das die Karten neu mischen. Auf dem Silesia Ring lag der GT86 mit 1:57.124 vor dem Type R mit 2:01.659, und auch auf dem kompakten Autodrom Pomorze distanzierte der Toyota mit 43.5 den Civic um mehr als vier Sekunden. Gerade hier ermöglichen Rotationsfreude am Heck, feinfühlige Schlupfmodulation und die Fähigkeit, Geschwindigkeit harmonisch durch Richtungswechsel mitzunehmen, dem GT86, auf jede Zehntelsekunde zu fahren – vorausgesetzt, der Fahrer versteht die Sprache der Nuancen und sucht nach Finesse statt nach maximalem Grip.
Gleicht der Honda einem Skalpell – präzise, effizient, jederzeit vertrauenerweckend –, ist der Toyota der Pinsel des Künstlers, der sanfte, ausdrucksstarke Impulse belohnt und rohe Hektik abstraft. Der Kompromiss ist offensichtlich: Die Frontantriebs-Sicherheit und das kurzwegige Schaltverhalten des Civic machen ihn insbesondere für weniger erfahrene Track-Day-Fahrer zugänglicher, vor allem wenn das Tempo steigt oder die Strecke rutschig wird. Der GT86 hingegen verlangt Respekt; wird das Limit überschritten, erinnert er den Piloten gerne mit einem Heckschwenk oder einem kurzen Ausbrechen daran – belohnt den Geduldigen aber mit einem Fahrgefühl, das heute nur noch wenige Modelle dieser Preisklasse bieten.
Letztlich sind die Rundenzeitendominanz des FN2 – besonders auf schnellen, flüssigen Kursen wie Sepang (2:29.972 vs. 2:39.03 im GT86) und Anglesey (1:43.61 vs. 1:49.4) – ebenso sehr ein Beleg für die Vorhersehbarkeit und den Grip des Frontantriebs wie für Hondas kompromisslosen Anspruch, jedes Bauteil auf Performance zu trimmen. Der GT86 ist hingegen das Werkzeug der Denker und Lenker: weniger auf die schnellste Zeit ausgelegt, dafür umso mehr auf das Glück, eine Kurvenkombination perfekt zu erwischen. Beide spiegeln ihre Herkunft wider, beide bieten ihren eigenen Charakter von Fahrfreude – letztlich entscheidet der persönliche Anspruch: Sucht man die Sicherheit eines Frontantrieb-Hatchbacks oder die feine Klinge eines heckgetriebenen Coupés am Limit des Machbaren?
Spezifikationen
| Spezifikationen | Toyota GT86 ZN6 GT86 ZN6 | Honda Civic Type R FN2 Civic Type R FN2 |
|---|---|---|
| Modelljahre | 2012-2021 | 2007-2011 |
| Pferdestärken | 200 | 201 |
| Drehmoment (N_M) | 205 | 195 |
| Gewicht (KG) | 1,263 | 1,300 |
| Leistung/Gewicht | 0.16 | 0.15 |
| Rang | #249 | #255 |
| Bereifung |
220 PILOT SPORT 3
225/40/17 |
140 RE070
225/40/18 |
| Motorbeschreibung | 2.0L NA flat-4 (FA20) | 2.0L NA I4 (K20Z4 ) |
| Getriebe | 6-SPEED AUTOMATIC | 6-SPEED MANUAL |
| Antrieb Typ | RWD | FWD |
| Radstand (MM) | 2570 | 2635 |
| Breite (MM) | 1285 | 1785 |
| Länge (MM) | 4239 | 4275 |
| Höhe (MM) | 1285 | 1460 |
| 0 - 60 MPH | 8.2 SECs | 6.4 SECs |
| Höchstgeschwindigkeit (KPH) | 209 | 235 |
| Preis MSRP | $ 29,835 | $ 18,919 |
| Aktueller Wert | $ 20,000 | $ 11,000 |
| Gesamt- vs Durchschnitts-Rundenzeiten | +2.62s | +4.24s |
Toyota GT86 ZN6 GT86 ZN6 — Rundenzeiten vs. Durchschnitt
Rundenzeiten
| Strecken Name | GT86 ZN6 GT86 ZN6 | Civic Type R FN2 Civic Ty… | Differenz | Mod | Laufflächenabnutzung TW | Video |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Phillip Island Grand Prix Circuit (CCW) | 1:40.9 | 1:51.851 | -10.95 | Race / Med | 100 / 200 | |
| Winton Motor Raceway (National Circuit CW) | 1:33.59 | 1:36.4 | -2.81 | Heavy / Med | 200 / 200 | |
| Silesia Ring (CW) | 1:57.124 | 2:01.659 | -4.53 | Med / Light | 200 / 220 | |
| Castle Combe (Car Circuit CW) | 1:24 | 1:17.1 | +6.9 | Stock / Race | 500 / 140 | |
| Sepang International Circuit (GP circuit CW) | 2:39.03 | 2:29.972 | +9.05 | Med / Heavy | 220 / 140 | |
| Zhuhai International Circuit (CW) | 2:05.57 | 1:52 | +13.57 | Stock / Race | 220 / 140 | |
| Hungaroring (GP Circuit) | 2:11.652 | 2:15.6 | -3.94 | Med / Light | 200 / 180 | |
| Autodrom Pomorze (CW) | 0:43.5 | 0:48 | -4.5 | Med / Med | 220 / 140 |