Der Citroen Saxo VTS MK2 und der Mini Cooper S R56 liegen über 4 gemeinsame Strecken gleichauf.
Stellt man den Citroen Saxo VTS MK2 und den Mini Cooper S R56 nebeneinander ins Fahrerlager, blickt man auf zwei Hot Hatches, die durch ein Jahrzehnt, Philosophie und, entscheidend, Fahrgefühl getrennt sind. Beide sind Leichtgewichte, Frontmotor, Vorderradantrieb – doch wie sie eine Runde schneiden, unterscheidet sich so sehr wie Skalpell und Vorschlaghammer. Der Saxo, geboren aus der späten französischen Schule der 90er, ist ein Lehrstück in Minimalismus: 120 PS, 910 kg, und ein Fahrwerk, das aus überschaubarer Leistung das Maximum holt. Der Mini hingegen ist eine modernistische Neuinterpretation – Turbo-Boost, 173 PS (oder deutlich mehr, wenn getunt) und ein spielerisches, manchmal widerspenstiges Wesen, das durch das Mehrgewicht und den Turbolader geprägt ist.
Auf dem Papier ist der Vorteil des Mini eindeutig. Auf dem Circuit Zolder - Ronde schlägt er wie ein Hammer zu: Mit einer 2:02.54 (leichte Modifikationen, 280 PS) distanziert er den Saxo mit dessen Bestzeit von 2:06.87 (mittlere Modifikationen, 120 PS) um mehr als vier Sekunden. Die Zahlen erzählen eine Geschichte von geradliniger Kraft – 240 Nm Turbodrehmoment, ein Gewichtsnachteil von 300 kg, der von purer Leistung wieder wettgemacht wird. Doch die Daten deuten nur an, was das Fahrverhalten ausmacht. Die Turbo-Charakteristik des R56 ist unter 3.000 U/min ruppig und setzt dann schlagartig ein – jeder Kurvenausgang wird zum Ereignis. Man surft auf der Drehmomentwelle, schaltet früh, um den Turbo im Ladedruck zu halten, und ringt dabei ständig mit einem Fahrwerk, das zwar verspielt ist, sich aber auf semi-slicks gelegentlich kopflastig anfühlt, wenn man es hart ran nimmt. Der Mini belohnt Angriffslust, bestraft aber unfertige Fahrweise mit durchdrehendem Innenrad und lebhaftem Heck – Attribute, die Mutige begeistern, jedoch Unerfahrene am Limit schnell verunsichern können.
Doch gibt man dem Saxo eine Strecke, auf der Balance wichtiger ist als rohe Gewalt, schlägt sich der französische Hatch weit über seine technischen Daten hinaus. Auf dem Autodromo Vallelunga Piero Taruffi, einer anspruchsvollen Strecke mit einer Mischung aus langsamen und mittelschnellen Kurven, gelingt dem Saxo der Sieg: Eine 1:59 (mittlere Modifikationen, 120 PS) schlägt die Bestzeit des Mini von 2:00.6 (mittlere Modifikationen, 173 PS) um 1,6 Sekunden. Hier leben sein ultraniedriges Gewicht und die direkte Lenkung richtig auf. Das Fahrwerk des Saxo – Torsionsachse hinten, federleichte Front – ermöglicht späteres Bremsen als gedacht, man kann mit Vertrauen hineinbremsen und das Auto mit sanftem Lenkimpuls rotieren lassen. Jeder Input wird glasklar vermittelt. Gas lupfen in der Kurve, und das Heck folgt willig – das schmeichelt dem engagierten Fahrer, wirkt aber nie hinterlistig. Der Haken? Man muss ihn mit mechanischem Feingefühl bewegen – Schwung ist alles, und ein verbremster Scheitelpunkt oder ein vergessener Gang kostet Zehntel, die man auf den Geraden nie wieder aufholt.
Die Stärke des Mini liegt auf Strecken mit längeren Geraden und harten Bremspunkten, wo Turbo-Punch und moderne Bremsen ihm ermöglichen, an leichteren, schwächeren Gegnern vorbeizustürmen. Doch auf technischen, klassischen Kursen macht der Saxo durch reine Agilität und Fahrbeteiligung Zeit gut. Der Franzose, selbst mit einfachen Toyo R888R oder Federal 595, liefert ein echtes Gespräch über die Bedienungselemente – eine Lenkung voller Leben, ein Bremspedal, das Fingerspitzengefühl verlangt, ein Gaspedal, das binär wirkt, aber berechenbar bleibt. Der R56 hingegen ist eine ständige Verhandlung: Radstand und Turbomoment zwingen den Fahrer, den Lastwechsel permanent im Blick zu halten, gerade am Kurvenausgang gilt es, die Vorderräder nicht zu überfordern, vor allem, wenn sich das Fahrwerk in schnellen Umsetzern aufbaut.
Für Fahrer ist der Unterschied eindeutig: Der Saxo VTS MK2 ist das Werkzeug für den nachdenklichen Piloten – belohnt Geduld, Präzision und technisches Können. Er liegt jenen, die Kurvenfolgen kombinieren, Gewicht verlagern und jeden Millimeter Grip nutzen können. Der Mini Cooper S R56 dagegen ist ein Aufruhr für die Entschlossenen: Er verschlingt die Geraden, belohnt Entschlossenheit und macht jede Runde zum Test von Gasfinger und Mut. Wer Strecken mit Highspeed liebt und sich am turbogeladenen Punch erfreut, wird den Mini bevorzugen. Wer hingegen das Spiel mit Kurvengeschwindigkeit, dem Lesen von Grip und Balance schätzt, dem zaubert der Saxo stets ein Grinsen ins Gesicht – und manchmal, wie Vallelunga zeigt, auch an die Spitze des Zeitentableaus.
Spezifikationen
| Spezifikationen | Citroen Saxo VTS MK2 Saxo VTS MK2 | Mini Cooper S R56 Cooper S R56 |
|---|---|---|
| Modelljahre | 1999-2001 | 2006-2012 |
| Pferdestärken | 120 | 173 |
| Drehmoment (N_M) | 145 | 240 |
| Gewicht (KG) | 910 | 1,210 |
| Leistung/Gewicht | 0.13 | 0.14 |
| Rank | #278 | #261 |
| Bereifung | 240 PILOT EXALTO PE2 | 280 SP SPORT 01 |
| Motorbeschreibung | 1.6L NA I4 (TU5J4 ) | 1.6 L Prince turbo I4 |
| Getriebe | 5-SPEED MANUAL | 6-SPEED, MANUAL OR AUTOMATIC |
| Antrieb Typ | FWD | FWD |
| Radstand (MM) | 2380 | 2466 |
| Breite (MM) | 1620 | 1684 |
| Länge (MM) | 3740 | 3713 |
| Höhe (MM) | 1360 | 1407 |
| 0 - 60 MPH | 7.6 SECs | 6.7 SECs |
| Höchstgeschwindigkeit (KPH) | 204 | 229 |
| Preis MSRP | 6,500 € | 17,690 € |
| Aktueller Wert | $ 7,500 | $ 15,000 |
| Gesamt- vs Durchschnitts-Rundenzeiten | +13.34s | +4.96s |
Citroen Saxo VTS MK2 Saxo VTS MK2 — Lap Times vs Average
Rundenzeiten
| Strecken Name | Saxo VTS MK2 Saxo VTS… | Cooper S R56 Cooper S… | Diff | Mod | Laufflächenabnutzung TW | Video |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Silesia Ring (CW) | 2:06 | 2:06.55 | -0.55 | Med / Stock | 240 / 280 |