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Wer ist schneller?

Der BMW M4 F82 ist schneller — im Schnitt 4.1s flotter über 10 gemeinsame Strecken.

Wenige Duelle im modernen Enthusiasten-Umfeld verdeutlichen den Graben zwischen den deutschen Performance-Philosophien besser als BMW M4 F82 und Audi RS3 Sportback 8V. Beide fahren mit Turbomotor, beide tragen alltagstaugliche Viersitzer-Karosserien – und doch könnten ihre Ansätze in Sachen Geschwindigkeit und Fahrgefühl auf der Rennstrecke kaum unterschiedlicher sein. BMWs M4 ist der Inbegriff des heckgetriebenen, leistungsstarken Coupés – ein Auto, das vom Fahrer aktives Mitmachen erwartet. Der RS3 hingegen ist ein Hot Hatch mit unverwechselbarem Fünfzylinder-Charakter und – meist – Quattro-Allradantrieb, abgesehen von den in diesem Vergleich betrachteten, heckgetrieben umgebauten Exemplaren, die der Story eine zusätzliche Wendung geben.

Auf dem Papier ragt der M4 heraus: 431 PS, 549 Nm, und ein auf Balance und Agilität feinabgestimmtes 1.516-kg-Chassis. Der Audi bringt in der Serie etwas weniger Wumms – 367 PS, 465 Nm, 1.596 kg – kompensiert das aber oft mit kernigem Drehmoment und diesem unverkennbaren Fünfzylinder-Soundtrack. Doch die Stoppuhr spricht eine eindeutige Sprache: Auf jeder Strecke im LapMeta-Datensatz liegt der M4 klar vorne. Am Buttonwillow Raceway 13CW etwa fährt ein mittelmäßig modifizierter M4 auf 200er Bridgestone-Reifen eine 1:52.7 – volle 10 Sekunden schneller als ein stark aufgeladener RS3 (selbst mit E85 und monströsen 620 PS), der auf weniger aggressiven Michelin PS4S unterwegs ist (2:02.91). Es geht eben nicht nur um Leistung, sondern auch darum, wie das Auto die Kraft auf die Straße bringt und Übergänge meistert.

Das Herzstück der Faszination des F82 M4 ist sein Fahrwerk – vorne Doppelgelenk-Federbeinachse, hinten eine fein abgestimmte Mehrlenkerachse, dazu eine Balance, die elegant zwischen Rotationsfreude und Stabilität balanciert. Der Motor liefert kraftvoll und spontan ab, aber das eigentliche Erlebnis spielt sich am Limit ab: Hier kommuniziert der BMW klar und unverfälscht. Die Lenkung spiegelt das Verhalten der Vorderachse wider, das Heck kündigt Ausbruchs-tendenzen rechtzeitig an, und versierte Piloten können mit Gas und Lenkrad ganz nach Belieben den Driftwinkel steuern – das Ergebnis ist ebenso lohnend wie vertrauenerweckend. Auf verwinkelten Kursen wie dem Winton Motor Raceway unterstreicht der M4 erneut seine Dominanz: Eine 1:29.8 auf klebrigen 100er Yokohamas lässt den serienmäßigen RS3 mit 1:38.4 deutlich zurück. Das geringe Gewicht und die ausgereifte Fahrwerksarchitektur des M4 erlauben es, jede Bremszone, jede Richtungsänderung gnadenlos auszunutzen – besonders bei steigenden Geschwindigkeiten und höheren Reifenlasten.

Doch auch der RS3 hat seinen ureigenen Charakter und für einen bestimmten Fahrertyp ist genau das der Reiz. Das unverwechselbare Grollen des Fünfzylinder-Turbos ist nur der Anfang. Das RS3-Fahrwerk kommuniziert weniger und tendiert am Limit eher zum Untersteuern, belohnt dafür aber beherztes Anpacken. Mit entsprechender Abstimmung und Fahrwerks-Updates lässt sich der RS3 richtig zügig bewegen – wie der beinahe Gleichstand mit dem M4 am Carolina Motorsports Park zeigt, wo beide Fahrzeuge auf identischen 200er Vitour Tempesta P1 in mittlerem bis wettbewerbsfähigen Trimm nur drei Zehntel trennen (1:39.2 M4 vs. 1:39.52 RS3). Hier sorgen die bärenstarke Traktion beim Rausbeschleunigen und der kürzere Radstand des Audi für ordentlich Arbeit am Lenkrad, eröffnen aber geübten Fahrern die Möglichkeit, beim Einlenken spät zu bremsen und nach Kurvenausgang früh aufs Gas zu gehen.

Unterm Strich ist der M4 die Wahl des überlegten Fahrers – ein Auto, das flüssigen Fahrstil, dosierte Aggression und technische Präzision belohnt. Wer den Grenzbereich auszuloten weiß, wird vom M4 sogar mehr unterstützt als erwartet, weil das Fahrwerk nicht nur verzeiht, sondern hervorragend rückmeldet. Der RS3 verlangt – vor allem als reine Heckversion – einen entschlosseneren Fahrstil: frühes Gas, scharfes Einlenken und die Bereitschaft, das an der Haftungsgrenze eher schiebende Fahrverhalten aktiv zu managen. Für Highspeed-Kurse und Fahrer, die Anpassungsfähigkeit und Feedback suchen, ist der M4 in dieser Paarung konkurrenzlos. Wer hingegen das rauere, kompaktere Erlebnis samt Tuning-Potenzial sucht, findet im RS3 seinen ganz eigenen, nicht immer perfekten, aber fesselnden Weg. Die nackten Zahlen sprechen für den BMW – aber die eigentliche Entscheidung fällt danach, welches Gespräch man mit dem Asphalt führen will.

Letztmals aktualisiert: Mar 8, 2026

Spezifikationen

Spezifikationen BMW M4 F82 M4 F82 Audi RS3 Sportback 8V RS3 Sportback 8V
Modelljahre 2014-2020 2015-2020
Pferdestärken 431 367
Drehmoment (N_M) 549 465
Zwangsinduktion Ja Ja
Gewicht (KG) 1,515 1,595
Leistung/Gewicht 0.28 0.23
Rank #93 #102
Bereifung 300 PILOT SUPER SPORT
255/40/18 / 275/40/18
220 P-ZERO
235/35/19
Motorbeschreibung Twin-power turbo, Intercooler 2.5 litres (2,480 cc) straight-5 engine
Getriebe 6-SPEED MANUAL TRANSMISSION 7-SPEED AUTOMATIC
Antrieb Typ RWD AWD
Radstand (MM) 2812 2631
Breite (MM) 1870 1801
Länge (MM) 4671 4343
Höhe (MM) 1392 1412
0 - 60 MPH 4 SECs 4.3 SECs
Höchstgeschwindigkeit (KPH) 249 249
Preis MSRP $ 72,500 $ 58,850
Aktueller Wert $ 46,000 $ 48,000
Gesamt- vs Durchschnitts-Rundenzeiten -2.94s -1.44s

BMW M4 F82 M4 F82 — Lap Times vs Average

Laufflächenabnutzung/MOD LEVEL Serienklasse/Leichtbauklasse S/L Mittel M Schwer/Rennen S/R
>200 +1.01s +0.22s -4.56s
141–200 -0.28s -4.51s -6.41s
100–140 -2.37s -4.51s -6.41s
0–99 -2.37s -4.94s -10.12s

Audi RS3 Sportback 8V RS3 Sportback 8V — Lap Times vs Average

Laufflächenabnutzung/MOD LEVEL Serienklasse/Leichtbauklasse S/L Mittel M Schwer/Rennen S/R
>200 +2.41s -2.11s
141–200 -2.11s -6.66s
100–140
0–99 +0.43s
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