Der Chevrolet Corvette C8 Stingray Z51 und der McLaren 570S sind über 11 gemeinsame Strecken gleichauf.
Kaum ein anderes Duo verdeutlicht die unterschiedlichen Wege zum Trackday-Kick so anschaulich wie der Chevrolet Corvette C8 Stingray Z51 und der McLaren 570S. Beide sind heckgetriebene, mittelmotorisierte Sportwagen mit nahezu identischen Leistungsdaten auf dem Papier – und doch zeigen ihre Rundenzeiten, vor allem aber die Art und Weise, wie sie Tempo generieren, zwei völlig gegensätzliche Philosophien.
Die C8 Z51 ist Chevrolets mutigste Neudefinition der Corvette, die nach sechs Jahrzehnten Frontmotor-Tradition kompromisslos auf ein Mittelmotor-Konzept setzt. Dieser fundamentale architektonische Wandel dient nicht nur schnellerer Rundenzeiten; es geht um die Demokratisierung des Supercar-Erlebnisses. Der 6,2-Liter-V8 Saugmotor (LT2) der C8 liefert seine Leistung klassisch und linear – breit gefächert, vorhersehbar und am Kurvenausgang wunderbar dosierbar. Doch was die Z51 wirklich auszeichnet, ist ihre enorme Zugänglichkeit am Limit. Die Fahrwerksabstimmung ist ein Musterbeispiel für das Gleichgewicht von präzisem Einlenkverhalten und reservierter Heckstabilität. Selbst auf Straßenreifen lädt die C8 dazu ein, sich auf ihren Grip zu verlassen – das Lenkgefühl ist präzise, wenn auch nicht übermäßig kommunikativ, und das Fahrwerk bügelt Querfugen locker weg, ohne je gefühllos zu wirken. Ein Auto, das Einsatz belohnt, aber den Mutigen nicht bestraft.
Dem gegenüber steht der McLaren 570S – ein Auto, konstruiert für Skalpell-Präzision. Über 180 Kilogramm leichter, entfaltet sein 3,8-Liter-Biturbo-V8 nicht nur mehr Spitzenleistung, sondern auch eine Drehmomentkurve, die bei jedem Gasstoß vehement anschiebt. Das Carbon-MonoCell-Chassis ist steifer als alles, was im Corvette-Kosmos aufgeboten wird, und sorgt für ein unmittelbares Fahrgefühl: Jede Lenkbewegung, jede Gewichtsverlagerung wird direkt und ungefiltert übertragen. Diese Kompromisslosigkeit in puncto Rückmeldung fordert jedoch ihren Tribut: Der McLaren zeigt sich am Limit weniger nachsichtig, verlangt volle Konzentration vom Fahrer – vor allem, wenn der Ladedruck ansteigt und die Hinterachse deutliche Ansagen macht.
Die Rundenzeitendaten erzählen eine differenzierte Geschichte. Auf technischen, mittelschnellen Kursen wie Laguna Seca findet der McLaren seinen Rhythmus – Randy Pobsts 1:34.580 im 570S schlägt seine eigene 1:37.730 im C8 Z51 um über drei Sekunden, beide von einem Profi gefahren. Hier katapultieren das geringere Gewicht und das explosive Drehmoment den McLaren aus engen Kurven heraus, sein Chassis verkraftet selbst aggressives Trail-Braking ohne Murren. Doch auf Highspeed-Strecken, auf denen aerodynamische Stabilität dominiert – etwa Big Willow – kontert die Corvette: Randy Pobst jagte die C8 Z51 zu einer 1:28.480, satte 5,8 Sekunden schneller als der Bestwert des 570S. Ihre stoische Stabilität durch schnelle Kurven gibt Vertrauen – die C8 erlaubt es mehr Fahrern, konstant schnelle Runden zu drehen.
Weitere Muster sind erkennbar. Die größere Bandbreite an unterschiedlich erfahrenen Fahrern und die Konstanz der C8 auf verschiedenen Kursen – sichtbar bei den Siegen auf dem Atlanta Motorsports Park (1:29.310 vs. 1:48.130, wobei im McLaren ein Anfänger saß) – deuten darauf hin, dass Balance, Rückmeldung und Reifenfreundlichkeit der Corvette sie nicht nur schnell, sondern auch zugänglich machen. Der McLaren hingegen ist, mit dem richtigen Fahrer und passenden Reifen, verheerend schnell, hat aber ein deutlich kleineres Fenster der Zugänglichkeit. Seine Top-Zeiten – etwa Rubens Barrichellos 58.879 in Velo Città – werden meist von Piloten gesetzt, die das ganze Potenzial ausschöpfen können; bei weniger erfahrenen Fahrern oder nicht idealen Bedingungen fallen die Rundenzeiten hingegen schnell ab.
Am Steuer ist der Unterschied deutlich spürbar. Die Corvette sucht das Gespräch: Sie kommuniziert, verzeiht Ausrutscher und belohnt das wiederholte Streben nach Perfektion. Der McLaren hingegen ist die Stoppuhr des Instruktors – brillant, aber unerbittlich, er macht jeden Fehler gnadenlos sichtbar. Der 570S ist das Auto, von dem man nach der perfekten Runde träumt – aber die Corvette ist das Auto, das man den ganzen Tag fahren möchte, um mit jedem Stint weiter zu lernen und besser zu werden.
Für den Fahrer, der ein Supercar sucht, das sein Können fördert und weiterentwickelt – speziell auf amerikanischen Kursen – ist die C8 Z51 das Mittel der Wahl. Der McLaren 570S hingegen ruft den Profi: Wer seine Messlatte erreicht, wird mit einer Rundenzeit belohnt, die man sich wirklich verdienen muss. Beide sind außergewöhnlich, stellen aber ganz unterschiedliche Anforderungen – und genau das macht Trackdays so spannend.
Spezifikationen
| Spezifikationen | Chevrolet Corvette C8 Stingray Z51 Corvette C8 Stingray Z51 | McLaren 570S 570S |
|---|---|---|
| Modelljahre | 2020-2026 | 2016-2018 |
| Pferdestärken | 495 | 570 |
| Drehmoment (N_M) | 637 | 601 |
| Gewicht (KG) | 1,654 | 1,457 |
| Leistung/Gewicht | 0.3 | 0.39 |
| Rang | #55 | #91 |
| Bereifung |
300 PILOT SPORT 4S
245/35/19 / 305/30/20 |
60 P ZERO CORSA
225/35/19 / 285/35/20 |
| Motorbeschreibung | 6.2L NA V8 (LT2 ) | 3.8 L M838T E twin-turbo V8 |
| Getriebe | 8-SPEED DUAL-CLUTCH AUTOMATIC | 7-SPEED AUTOMATIC |
| Antrieb Typ | RWD | RWD |
| Radstand (MM) | 2723 | 2670 |
| Breite (MM) | 1933 | 1930 |
| Länge (MM) | 4630 | 4531 |
| Höhe (MM) | 1234 | 1201 |
| 0 - 60 MPH | 2.8 SECs | 3.2 SECs |
| Höchstgeschwindigkeit (KPH) | 312 | 328 |
| Preis MSRP | $ 88,310 | $ 195,000 |
| Aktueller Wert | $ 75,000 | $ 135,000 |
| Gesamt- vs Durchschnitts-Rundenzeiten | -5.64s | -6.05s |
Chevrolet Corvette C8 Stingray Z51 Corvette C8 Stingray Z51 — Rundenzeiten vs. Durchschnitt
Rundenzeiten
| Strecken Name | Corvette C8 Stingray Z51 Corvette… | 570S 570S | Differenz | Mod | Laufflächenabnutzung TW | Video |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Virginia International Raceway - VIR (Grand West Course) | 2:48.99 | 2:47.4 | +1.59 | Stock / Stock | 300 / 60 | ▶ VS ▶ |
| Auto Club Speedway (Road Course) | 1:51 | 1:48.2 | +2.8 | Light / Stock | 200 / 180 | |
| Anglesey Circuit-Trac Môn (Coastal CW) | 1:15.6 | 1:14.5 | +1.1 | Stock / Stock | 300 / 60 | |
| Autódromo Velo Città (CCW) | 1:00.412 | 0:58.879 | +1.53 | Stock / Stock | 300 / 60 | |
| Laguna Seca (Pre 2023) | 1:37.73 | 1:34.58 | +3.15 | Stock / Stock | 300 / 60 |