Der Nissan 350Z ist schneller — im Schnitt 1.5s flotter über 60 gemeinsame Strecken.
Nissan 350Z vs Toyota GT86 ZN6: Rundenzeiten, Technik und die Geschichte hinter den Zahlen
Der Nissan 350Z und der Toyota GT86 ZN6 zählen seit Jahren zu den Favoriten unter ambitionierten Trackday-Fahrern und Motorsport-Enthusiasten, doch beide bringen einen völlig eigenen Charakter mit auf die Rennstrecke. Zwar sind beide japanische Sportwagen mit Hinterradantrieb und Saugmotor, doch im Hinblick auf Geschwindigkeit, Fahrverhalten und das Fahrerlebnis gehen sie sehr unterschiedliche Wege. Die auf LapMeta gesammelten Hunderten von Rundenzeiten erzählen eine spannende Geschichte – von Kraft versus Reinheit, Gewicht versus Agilität und davon, wie zwei Fahrzeuge denkbar unterschiedliche Bedürfnisse in der Welt des Performance-Fahrens bedienen.
Pure Performance: Rundenzeit-Duell rund um den Globus
Das Aushängeschild des Nissan 350Z ist sein 3,5-Liter-V6 (VQ35DE), der 287 PS und 371,49 Nm Drehmoment liefert, aber auch stolze 3815 lbs auf die Waage bringt. Dem gegenüber steht der Toyota GT86 ZN6 mit seinem 2,0-Liter-Boxer-Vierzylinder (FA20), der mit 200 PS und 204,73 Nm zwar deutlich bescheidener auftritt, dafür aber federleichte 2784 lbs wiegt – ein gewaltiger Unterschied von über 1.000 lbs.
Auf den meisten Strecken ist die Mehrleistung des 350Z schlichtweg übermächtig. Auf Power-Strecken wie dem Texas World Speedway - 2.9 Mile CCW legt ein rennfertiger 350Z eine Fabelzeit von 1:50.79 hin und distanziert einen serienmäßigen GT86 um über 17 Sekunden. Auch am Buttonwillow Raceway - 13CCW oder auf dem Hungaroring - GP Circuit liegt der 350Z – selbst wenn der GT86 leicht modifiziert ist – bei den Rundenzeiten regelmäßig zweistellig in Front – eine Welt im Motorsport.
Doch das Blatt wendet sich auf engeren, technisch anspruchsvollen Kursen, wo Agilität wichtiger ist als pure Kraft. Hier kann der GT86 Boden gutmachen – und sogar gewinnen. Auf dem Autodrom Pomorze - CW schlägt ein mittelmäßig modifizierter GT86 mit einer 43.5 einen leicht getunten 350Z um über 4 Sekunden – hier ist das geringe Gewicht und das agile Fahrwerk des Toyota Trumpf. Am Wakefield Park Raceway - Full CW setzt sich ein stark umgebauter GT86 gegen einen Renn-350Z um eine halbe Sekunde durch, und auf dem GingerMan Raceway - Extended Course 10B CW gewinnt der GT86 mit vergleichbarem Tuning fast um eine ganze Sekunde.
Besonders aufschlussreich sind die hauchdünnen Abstände beispielsweise am Autobahn Country Club - Full Circuit, wo beide Fahrzeuge mit mittlerem Modifikationsgrad weniger als eine Zehntelsekunde trennt – ein Beweis dafür, dass unter den richtigen Bedingungen und mit dem passenden Fahrer beide Autos zur Höchstform auflaufen können.
Fahrerprofile, Wertigkeit und Ingenieurs-DNA
Der 350Z und der GT86 sprechen völlig unterschiedliche Fahrertypen und Alltagsansprüche an. Der 350Z ist das klassische „Big Engine, Big Torque“-Coupé – eher Muscle Car als Skalpell. Wer geradlinige Leistung, hohe Fahrstabilität und ein robustes Gefühl – auf der Rennstrecke wie im Alltag – schätzt, ist beim 350Z richtig. Der V6 spricht dankbar auf Modifikationen an (Kompressor- oder Turbokits sind beliebt), und das Aftermarket-Angebot ist riesig. Ursprünglich preislich unter europäischen Coupés angesiedelt, ist der 350Z dank Wertverlust heute ein günstiger Einstieg in die V6-RWD-Welt – wobei das hohe Gewicht vor allem Hardcore-Trackfans eine echte Hürde ist.
Der GT86 hingegen ist eine Liebeserklärung an Balance und Rückmeldung. Der Boxer-Vierzylinder wird keine Beschleunigungsrennen gewinnen, doch in Kombination mit weniger als 2.800 lbs Leergewicht entsteht ein Fahrzeug, das sich mit Präzision und Leichtigkeit in Kurven werfen lässt – ein Maß an Feedback, das in dieser Preisklasse selten ist. Die Ingenieurskunst setzt voll auf niedrigen Masseschwerpunkt, reduzierte Kreiselkräfte und ein Fahrwerk, das sowohl Einsteiger als auch Experten fordert und fördert. Der Listenpreis lag einst über dem des 350Z, doch die Gebrauchtpreise sind stabil – ein Indiz für den Kultstatus. Wer auf Trackdays Wert auf Anpassungsfähigkeit im Kurvenscheitel legt und für jeden km/h gerne arbeitet, findet im GT86 einen modernen Klassiker.
Beide Modelle eignen sich hervorragend für Modifikationen, aber ihr jeweiliger Seriencharakter bleibt prägend. Der 350Z ist schon ab Werk schnell und mit Aufwand richtig schnell; der GT86 glänzt mit Fahrdynamik und benötigt für die ganz großen Gegner Leistungstuning, ist aber gerade auf engen, technischen Kursen auch seriennah beeindruckend flott.
Fazit: Welche Legende für welchen Fahrer?
Wer sein ideales Rennerlebnis im fulminanten Geradeauslauf, im kraftvollen Übersteuern aus engen Ecken und im satten Schub eines großvolumigen V6 sieht, ist im 350Z bestens aufgehoben. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Auf Leistungsstrecken sind seine Rundenzeiten für den GT86 meist unerreichbar – oft mit Vorsprung, wie man ihn unter Track-Rivalen selten sieht.
Wer jedoch durch schnelle Kurvenkombinationen „tanzen“ will, sein Auto mit millimetergenauer Präzision platziert und jede Runde als Übung in Sachen Dynamik versteht, für den bietet der GT86 eine besondere Art von Fahrspaß. Auf engen Kursen oder mit den passenden Modifikationen kann – und tut – er dem schwereren Nissan das Nachsehen geben und belohnt stets Einsatz und fahrerisches Können.
Beide Fahrzeuge sind Ikonen – der eine für rohe Kraft, der andere für Feingefühl. Die Rundenzeitentabellen zeigen den 350Z als beständigen Sieger auf den meisten Layouts, doch die hart erkämpften Erfolge des GT86 unterstreichen die zeitlose Faszination von Leichtigkeit, Ausgewogenheit und echter Fahrfreude.
Spezifikationen
| Spezifikationen | Nissan 350Z 350Z | Toyota GT86 ZN6 GT86 ZN6 |
|---|---|---|
| Modelljahre | 2003-2009 | 2012-2021 |
| Pferdestärken | 287 | 200 |
| Drehmoment (N_M) | 371 | 205 |
| Gewicht (KG) | 1,497 | 1,263 |
| Leistung/Gewicht | 0.19 | 0.16 |
| Rank | #227 | #230 |
| Bereifung |
140 RE040
225/50/17 / 235/50/17 |
220 PILOT SPORT 3
225/40/17 |
| Motorbeschreibung | 3.5L NA V6 (VQ35DE ) | 2.0L NA flat-4 (FA20) |
| Getriebe | 6 SPEED MANUAL | 6-SPEED AUTOMATIC |
| Antrieb Typ | RWD | RWD |
| Radstand (MM) | 2649 | 2570 |
| Breite (MM) | 1816 | 1285 |
| Länge (MM) | 4308 | 4239 |
| Höhe (MM) | 1318 | 1285 |
| 0 - 60 MPH | 6.1 SECs | 8.2 SECs |
| Höchstgeschwindigkeit (KPH) | 249 | 209 |
| Preis MSRP | $ 26,269 | $ 29,835 |
| Aktueller Wert | $ 13,000 | $ 22,000 |
| Gesamt- vs Durchschnitts-Rundenzeiten | +2.09s | +2.43s |
Nissan 350Z 350Z — Lap Times vs Average
Rundenzeiten
| Strecken Name | 350Z 350Z | GT86 ZN6 GT86 ZN6 | Diff | Mod | Laufflächenabnutzung TW | Video |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Laguna Seca (Current) | 1:38.8 | 1:41.5 | -2.7 | Race | 141–200 | |
| Lime Rock Park (CW) | 1:03.67 | 1:02.6 | +1.07 | Medium | 141–200 | |
| Buttonwillow Raceway (13CW) | 1:54.2 | 1:55.56 | -1.36 | Race | 0–99 | |
| Autobahn Country Club (Full Circuit) | 2:49.051 | 2:49.14 | -0.08 | Medium | 141–200 | |
| Willow Springs Raceway (Streets) | 1:24 | 1:24.8 | -0.8 | Medium | 141–200 | |
| GingerMan Raceway (Extended Course 10B CW) | 1:44.9 | 1:44.033 | +0.86 | Medium | 141–200 | |
| NCCAR (Road Course CCW) | 1:36.682 | 1:34.67 | +2.01 | Medium | 141–200 | |
| Chuckwalla Valley Raceway (CCW) | 2:03.4 | 2:00.9 | +2.5 | Medium | 141–200 | |
| Bedford Autodrome (GT Circuit) | 2:58.1 | 2:57 | +1.1 | Medium | >200 | |
| Hungaroring (GP Circuit) | 2:09.48 | 2:11.652 | -2.17 | Medium | 141–200 | |
| Mallala Motorsport Park (CW) | 1:22.83 | 1:19.85 | +2.98 | Medium | 100–140 | |
| Red Star Raceway (Full Circuit) | 2:08.37 | 2:17.198 | -8.82 | Race | 141–200 |