Der Toyota GR Supra A90/A91 ist schneller — im Schnitt 2.1s flotter über 85 gemeinsame Strecken.
BMW M2 Competition F87 vs Toyota GR Supra A90/A91: Zwei Spielarten der Trackday-Präzision
Performance-Daten im Duell: Rundenzeiten-Analyse
Wenn der BMW M2 Competition F87 und der Toyota GR Supra A90/A91 gemeinsam auf die Strecke gehen, offenbart sich anhand der Zahlen eine faszinierende Rivalität – eine, die sich nicht nur um reine Geschwindigkeit dreht, sondern auch um den Charakter und die Philosophie, die jedes Fahrzeug mitbringt.
Ein Blick in die umfassende Datenbank von LapMeta zeigt: Der Supra A90/A91 liefert auf den meisten nordamerikanischen Rennstrecken konsistent schnellere Rundenzeiten und das oft mit deutlichem Abstand. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Auf Strecken wie dem Nürburgring Nordschleife und dem Nürburgring BTG spielt der M2 Competition seine Stärken aus – mit einer 7:09 (rennoptimiert) gegenüber der Supra mit 8:03 (Serie) und einer 7:25.534 (mittelmäßig modifiziert) gegenüber 7:52.17 (Serie) im Supra. Hier übersetzt sich die Mehrleistung, das höhere Drehmoment und die solide Fahrwerksauslegung des BMW – ganz in M-Division-Tradition – in einen dominanten Vorsprung von 26 bis 54 Sekunden. Diese Ergebnisse unterstreichen die Fähigkeit des M2, seine Power dort auszuspielen, wo hohe Geschwindigkeitsstabilität und Standfestigkeit über längere Belastungen entscheidend sind.
Richtet man den Fokus jedoch auf Strecken wie Laguna Seca, Sonoma Raceway oder Willow Springs Raceway, dreht sich das Bild. Der Supra, speziell mit umfangreicheren Modifikationen oder griffigeren Reifen ausgestattet, markiert hier regelmäßig Rundenzeiten, die 7 bis 13 Sekunden schneller sind als beim M2. Ein Beispiel: In Laguna Seca stehen 1:30.18 (stark modifiziert) im Supra einer 1:41.8 (Serie) des M2 gegenüber – ein Paradebeispiel für die Ausgewogenheit und Abstimmungsflexibilität des Toyota.
Bemerkenswert ist, dass der Supra seine Rundenzeiten oft mit einer stärkeren Modifikation einfährt – ein Indiz für das große Potenzial im Aftermarket und das upgrade-freudige Fahrwerk. Doch auch der M2 taucht immer wieder mit hauchdünnen Vorsprüngen auf, etwa in Watkins Glen International mit 1:59.13 gegenüber dem Supra mit 1:59.22 (ein Vorsprung von 0,09 Sekunden), oder in der Gelleråsen Arena - GP mit minimalen 1:12.23 gegenüber 1:12.231 im Supra (nur 0,001 Sekunden schneller). Diese Ergebnisse sprechen für die Präzision im BMW-Konzept – dessen Fähigkeit, unter Druck das Maximum aus seiner Plattform herauszuholen.
Technische Philosophie und Fahrerlebnis
Der BMW M2 Competition F87 verkörpert das Ideal eines kompakten, heckgetriebenen, sechszylindrigen Coupés mit M-Abstimmung. Der S55-Motor leistet 415 PS und 550 Nm Drehmoment, das Leergewicht von 3640 lbs sorgt für einen satt auf der Straße stehenden, kräftigen Auftritt – ein Konzept für Fahrer, die das klassische „M-Car“-Gefühl suchen. Direkte Gasannahme und das straffe Fahrwerk machen den M2 zur echten Trackwaffe, die bei hohen Geschwindigkeiten Stabilität und am Limit Vorhersehbarkeit bietet. Der M2 glänzt mit Tuning, doch selbst serienmäßig bringt er das Potenzial mit, deutlich teureren Rivalen das Fürchten zu lehren.
Der Toyota GR Supra A90/A91 hingegen ist Produkt einer internationalen Zusammenarbeit – BMW-Technik vereint mit japanischer Abstimmungsphilosophie. Sein geringeres Gewicht von 3351 lbs und der 387 PS starke B58-Reihensechser machen ihn agiler und handlicher, gerade auf technischen Kursen. Das niedrigere Leergewicht und der drehmomentstarke Motor sorgen für ein Fahrgefühl, das von Wendigkeit, schnellen Richtungswechseln und sofort abrufbarer Performance geprägt ist. Die Daten belegen, wie gut der Supra auf jegliche Modifikation anspricht – der Unterschied zwischen Serie und stark modifizierten Exemplaren kann riesig ausfallen, und ein gut vorbereiteter Supra bringt weit teurere Fahrzeuge in Verlegenheit.
Beide Modelle sind heckgetrieben, doch während der Supra mit seinem etwas harmonischeren Set-up einen Tick mehr Gutmütigkeit vermittelt, bringt der M2 die typische Heckantriebs-Dynamik – zwei ganz unterschiedliche Interpretationen von Trackday-Freude.
Alltag, Wertstabilität und Enthusiasten-Charme
Der M2 Competition startete in den USA mit einem Listenpreis von rund 59.000 Dollar, gebraucht halten sich die Werte hartnäckig – gestützt vom Status als „letztes seiner Art“ im M-Programm: Handschalter, echter M-Motor, fahrerorientiertes Design. Er spricht Enthusiasten an, die ein schon ab Werk faszinierendes Auto wollen, das sich mit überschaubarem Aufwand zum Tracktool verwandeln lässt. Der Ruf des M2 für robuste Technik und emotionale Fahrerbindung prägt maßgeblich seinen Reiz.
Der Supra bot mit einem niedrigeren Listenpreis (rund 50.000 Dollar zum Marktstart) einen etwas zugänglicheren Einstieg in die Welt ernsthaft sportlicher Track-Performance. Die Gebrauchtpreise schwankten anfangs, teils aufgrund Skepsis gegenüber der BMW-Basis. Doch die wachsende Beliebtheit in der Tuning-Szene und ein riesiges Aftermarket-Angebot treiben die Nachfrage. Für Käufer ist der Supra eine Art weiße Leinwand: Schon ab Werk schnell, aber mit praktisch grenzenlosen Modifikationsmöglichkeiten – und mit den passenden Upgrades kann er den M2 stellenweise deutlich hinter sich lassen.
Beide Modelle sprechen unterschiedliche Käufertypen an. Der M2 ist das Auto für Puristen und jene, die ein Fahrzeug mit Motorsport-DNA und Zukunftsperspektive suchen. Der Supra hingegen richtet sich an Individualisten – an Fahrer, die experimentieren, Grenzen verschieben und etwas Eigenständiges schaffen möchten.
Fazit: Zwei Wege zum Trackday-Glück
Unterm Strich sind BMW M2 Competition F87 und Toyota GR Supra A90/A91 beides ernstzunehmende Tracktools – allerdings mit ganz verschiedenen Charakterzügen. Der M2 ist der klassische Athlet, dominiert auf schnellen, anspruchsvollen Kursen und belohnt kontrollierten, präzisen Fahrstil. Der Supra ist der wandlungsfähige Herausforderer, sprüht vor Anpassungsfähigkeit und profitiert wie kaum ein anderes Auto von gezielten Upgrades, um gerade auf engen, technisch anspruchsvollen Strecken zu glänzen.
Beide leisten sich im Datenvergleich große Momente, beide sprechen Enthusiasten auf ihre Weise an. Wer ein sofort einsatzbereites Gesamtpaket „aus der M-Division“ will, kommt am M2 kaum vorbei. Wer Spaß am Schrauben und unbändiges Entwicklungspotenzial sucht, findet im Supra A90/A91 seine perfekte Basis.
Das Stoppuhr-Urteil ist eindeutig: Beide sind auf bestem Weg, moderne Legenden zu werden.
Spezifikationen
| Spezifikationen | BMW M2 Competition F87 M2 Competition F87 | Toyota GR Supra A90/A91 GR Supra A90/A91 |
|---|---|---|
| Modelljahre | 2018-2021 | 2019-2026 |
| Pferdestärken | 415 | 387 |
| Drehmoment (N_M) | 550 | 500 |
| Zwangsinduktion | Ja | Ja |
| Gewicht (KG) | 1,651 | 1,520 |
| Leistung/Gewicht | 0.25 | 0.25 |
| Rank | #98 | #87 |
| Bereifung |
300 PILOT SUPER SPORT
245/35/19 / 265/35/19 |
300 PILOT SUPER SPORT
255/35/19 / 275/35/19 |
| Motorbeschreibung | 3.0 L S55B30T0 twin-turbocharged | 2,998 cc (2.998 L; 182.9 cu in) BMW B58B30O1 I6 |
| Getriebe | 6-SPEED MANUAL TRANSMISSION OR 7-SPEED DUAL-CLUTCH TRANSMISSION (DCT) | 8-SPEED ZF 8HP AUTOMATIC |
| Antrieb Typ | RWD | RWD |
| Radstand (MM) | 2693 | 2469 |
| Breite (MM) | 1854 | 1864 |
| Länge (MM) | 4461 | 4379 |
| Höhe (MM) | 1410 | 1295 |
| 0 - 60 MPH | 4 SECs | 4 SECs |
| Höchstgeschwindigkeit (KPH) | 280 | 249 |
| Preis MSRP | $ 58,900 | $ 55,250 |
| Aktueller Wert | $ 65,000 | $ 52,000 |
| Gesamt- vs Durchschnitts-Rundenzeiten | -3.99s | -5.58s |