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Aston Martin Vantage GT3 vs Vantage GT4: Brüderduell auf der Rennstrecke

Der Aston Martin Vantage GT3 und GT4 bewegen sich in benachbarten, aber klar abgegrenzten Sphären der renntauglichen Coupés. Beide sind für den harten Wettbewerb geschaffen, doch ihre Konzepte und Ergebnisse gehen gerade dann auseinander, wenn es auf Hundertstelsekunden ankommt. Werfen wir anhand der Daten von LapMeta einen genauen Blick darauf, wie sich der V12-angetriebene GT3 gegenüber seinem leichteren GT4-Bruder mit V8 behauptet – und zwar, wo es zählt: direkt an der Strecke.

Rundenzeiten im Direktvergleich

Die Zahlen sprechen eine ebenso deutliche Sprache wie ein ungefilterter GT-Motor bei Vollgas. Über alle drei gemeinsam befahrenen Kurse hinweg setzt sich der Vantage GT3 klar durch – doch die Abstände und ihre Hintergründe erzählen eine differenziertere Geschichte.

  • Oulton Park - International Circuit: Die 1:34-Runde des GT3 deklassiert die Bestzeit des GT4 von 1:43.49 deutlich – ein Abstand von 9,49 Sekunden. Während der GT3 in voller Rennabstimmung fuhr, wurde der Wert des GT4 im Serienzustand erzielt, was die Differenz nachvollziehbarer macht, sie aber zugleich umso eindrucksvoller erscheinen lässt.
  • Silverstone - GP: Hier liefen beide Fahrzeuge mit Rennausrüstung, aber der GT3 setzte mit 2:03.8 eine Zeit, die um 5,47 Sekunden schneller war als die 2:09.27 des GT4. Dieser Abstand verdeutlicht das Leistungsplus des GT3 durch den V12, mehr Aerodynamik und das kompromisslose Setup des Fahrwerks.
  • Circuit de Spa-Francorchamps: Auf dem Hochgeschwindigkeitskurs mit großem Renndrama siegt der GT3 mit einer 2:29.49 gegenüber der 2:31.96 des GT4 um 2,47 Sekunden. Hier schließt sich die Lücke – die langen Geraden und flüssigen Kurven erlauben es dem leichteren GT4, in Schlagdistanz zu bleiben, das Leistungsplus des GT3 setzt sich am Ende aber trotzdem durch.

In jedem Fall ist der Vantage GT3 das überlegene Werkzeug, doch der GT4 schlägt sich keineswegs schlecht – vor allem, wenn beide auf vergleichbarem Tuning-Stand antreten.

Technik, Wertigkeit und Zielgruppe

Das Herzstück des Vantage GT3 ist ein 6,0-Liter-V12, der 535 PS und 699,6 Nm Drehmoment an die Hinterräder liefert. Diese Maschine ist kompromisslos für den Einsatz im FIA-GT3-Reglement entwickelt – ein echter Langstrecken- und Sprintprofi. Sein Gewicht von 1530 kg (3373 lb) trägt er mit der Eleganz und Kraft einer Raubkatze – viel Muskulatur, kontrolliert durch ein ausgeklügeltes Fahrwerk und eine Aerodynamik, die auf maximalen Kurvenspeed getrimmt ist.

Der Vantage GT4 hingegen ist der leichtere und agilere Bruder. Mit nur 1351 kg (2980 lb) bringt er fast 400 Pfund weniger auf die Waage. Sein 4,7-Liter-V8-Saugmotor leistet 420 PS und 469 Nm. Auf dem Datenblatt wirkt er schwächer, doch dieser Wagen ist auf Zugänglichkeit, Zuverlässigkeit und Kosteneffizienz im gnadenlos umkämpften GT4-Segment ausgelegt. Der GT4 gilt als fahrerfreundlicher Geheimtipp – mit ausgewogenem Handling und einem Grenzbereich, der sowohl Nachwuchsfahrer als auch ambitionierte Amateure zu Höchstleistungen anspornt.

Ökonomisch ist der GT3 klar das Terrain von Profi-Teams und finanzstarken Privatiers – die Investitionen gehen locker in den sechsstelligen Bereich, angesichts der entsprechenden laufenden Kosten. Der GT4 ist zwar keineswegs günstig, bietet aber einen deutlich niedrigeren Einstiegspunkt in den professionellen Rennsport. Geringerer Kaufpreis, überschaubarere Verschleißkosten und eine einfachere Technik machen ihn zur logischen Wahl für Clubsportler und Gentlemenfahrer.

Fahrverhalten und Tuning-Potenzial

Beide Vantages werden klassisch über die Hinterräder angetrieben. Der V12 im GT3 sorgt für enorme Hochgeschwindigkeitsstabilität, verlangt aber am Kurvenausgang sensibles Gasgefühl, um die Drehmomentwelle zu beherrschen. Dank mehr Anpressdruck, griffigerer Reifen und einem steiferen Chassis wirkt der GT3 bei hohem Tempo wie ein Skalpell – aber auch weniger fehlertolerant am äußersten Limit.

Der GT4 punktet mit geringerer Masse und weniger extremer Aero – er lenkt spontan ein und erlaubt es, den Grenzbereich angstfrei auszuloten, da die niedrigere Leistung weniger unmittelbar bestraft. Der GT3 ist ab Werk ein "World Beater", doch auch der GT4 kann mit dem richtigen Setup und Fahrertraining zur echten Wettbewerbsmaschine aufgebaut werden.

Fazit: Für wen welcher Vantage?

Der Aston Martin Vantage GT3 ist der unangefochtene König dieser beiden – stets das Maß der Dinge, und deshalb das bevorzugte Werkzeug für alle, die nach dem Maximum streben. Doch der GT4 besitzt seinen ganz eigenen Reiz: Er ist leichter, agiler, günstiger und einfacher zu fahren – für viele Enthusiasten und Amateurfahrer ist er die attraktivere Wahl.

Für erfahrene Rennfahrer bietet der GT3 Technik und Performance auf höchstem Niveau. Wer sein Können entwickeln, spannende Zweikämpfe erleben oder den Reiz des GT-Racings ohne finanziellen Kraftakt genießen will, trifft mit dem GT4 eine lohnende, alltagstaugliche Entscheidung.

Am Ende spiegeln beide Modelle die Rennsport-DNA von Aston Martin wider – doch sie schreiben jeweils ihr ganz eigenes Kapitel auf den legendärsten Rennstrecken der Welt.

Letztmals aktualisiert: Mar 17, 2026

Spezifikationen

Spezifikationen Aston Martin Vantage GT3 Vantage GT3 Aston Martin Vantage GT4 Vantage GT4
Modelljahre 2016-2018 2008-2024
Pferdestärken 535 420
Drehmoment (N_M) 700 469
Gewicht (KG) 1,530 1,352
Leistung/Gewicht 0.35 0.31
Rank - #21
Bereifung 1 SLICKS 1 SLICKS
245/35/20 / 295/30/20
Motorbeschreibung 6.0 litre V12 engine 4.7L NA V8 Aston Martin
Getriebe 7-SPEED GRAZIANO MANUAL 6-SPEED MANUAL OR SPORTSHIFT
Antrieb Typ RWD RWD
Radstand (MM) 2705 2601
Breite (MM) 1943 1864
Länge (MM) 4465 4379
Höhe (MM) 1273 1209
0 - 60 MPH 3.5 SECs 4.6 SECs
Höchstgeschwindigkeit (KPH) 314 306
Preis MSRP 298,000 € $ 220,000
Aktueller Wert 350,000 200,000
RENNEN Ja Ja
Gesamt- vs Durchschnitts-Rundenzeiten -15.33s -9.79s

Aston Martin Vantage GT3 Vantage GT3 — Lap Times vs Average

Laufflächenabnutzung/MOD LEVEL Serienklasse/Leichtbauklasse S/L Mittel M Schwer/Rennen S/R
>200 -12.42s
141–200
100–140
0–99 -18.24s

Aston Martin Vantage GT4 Vantage GT4 — Lap Times vs Average

Laufflächenabnutzung/MOD LEVEL Serienklasse/Leichtbauklasse S/L Mittel M Schwer/Rennen S/R
>200 -10.04s
141–200 -10.04s
100–140
0–99 -11.59s
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