Der Honda S2000 AP2 und der Honda S2000 AP1 sind über 119 gemeinsame Strecken gleichauf.
Honda S2000 AP2 vs Honda S2000 AP1: Generationensymbole im datenbasierten Duell
Beim Thema Honda S2000 stellt sich für Enthusiasten selten die Frage, ob man einen besitzen sollte, sondern vielmehr: „Welchen sollte man kaufen?“ Sowohl die AP1- als auch die AP2-Variante haben unter Sportwagenliebhabern beinahe mythischen Status erreicht. Ihre Unterschiede – auf dem Papier wie auch auf der Rennstrecke – sorgen jedoch für endlose Diskussionen. Wir analysieren Zahlen, Fahrerlebnis und das Gesamtpaket des 2.0L-F20C-befeuerten AP1 sowie seines 2.2L-F22C1-Nachfolgers, des AP2, und greifen dabei auf die neuesten LapMeta-Daten zurück.
Technische Daten, Charakter und Ingenieurskunst: Wo die Unterschiede beginnen
Beide S2000-Modelle verkörpern Hondas Leidenschaft für hochdrehende, frei saugende Vierzylinder und ein leichtes, verwindungssteifes Hinterradantrieb-Chassis. Der AP2 bringt jedoch entscheidende Weiterentwicklungen: Der F22C1 verfügt über 2,2 Liter Hubraum (anstatt 2,0 Liter), das Drehmoment steigt von 207 Nm auf 220 Nm, die Maximaldrehzahl liegt etwas niedriger, was besonders im mittleren Drehzahlbereich für mehr Durchzug sorgt. Der AP2 ist etwa 50 kg schwerer (2859 lbs vs 2750 lbs) – bedingt durch Versteifungen am Chassis und subtilen Updates, die das bissige AP1-Fahrverhalten zähmen sollen. Beide schicken 240 PS über ein präzises 6-Gang-Handschaltgetriebe an die Hinterachse, doch unterscheiden sich ihre Charaktere: Der AP1 ist ein Präzisionswerkzeug für die Rennstrecke, der AP2 legt eine Schicht zusätzlicher Alltagstauglichkeit und Zugänglichkeit obendrauf.
LapMeta-Daten: Zahlen lügen nicht
Das umfangreiche LapMeta-Archiv zeichnet ein differenziertes Bild – einen klaren Gesamtsieger gibt es nicht. Werfen wir einen Blick auf die direkten Rundenzeit-Vergleiche:
- Auf der legendären Nürburgring - BTG fährt der AP2 (mit umfangreichen Modifikationen) eine 7:32, satte 27,5 Sekunden schneller als der AP1 mit 7:59.5 (mittlere Modifikationen). Das demonstriert den Vorteil des breiteren Drehmomentbands des AP2, besonders auf langen Strecken mit vielen Höhenunterschieden und komplexen Kurven. - Auf dem Circuit Parcmotor Castellolí - CW kontert jedoch der AP1: Seine 1:49.3 (Renntrimm) unterbietet den AP2 mit 2:02.81 (mittlere Modifikationen) um 13,5 Sekunden. Mit entsprechender Vorbereitung stechen das geringe Gewicht und das präzisere Chassis des AP1 gerade auf technischen Kursen hervor. - Der AP2 dominiert auf VIR Full (um fast 13 Sekunden), Laguna Seca (um 8,3 Sekunden) sowie Thunderhill East, was seinen realen Vorteil bei ähnlich umfangreichen oder stärkeren Modifikationen widerspiegelt. - Der AP1 holt sich die Führung auf rhythmischen Sektionen oder bei passendem Setup und Reifen: Suzuka Circuit (um 8,1 Sekunden, schwere Mods), Spring Mountain oder Willow Streets (bis zu 7,8 Sekunden).
Im Gesamtbild hält der AP2 einen leichten Tempo-Vorteil (-1,68% vs -1,51%), jedoch sind die Abstände gering – und der AP1 bleibt immer eine Gefahr, sobald das Tuning-Level und die Reifenbedingungen vergleichbar sind.
Zielgruppe, Wert und Unterhalt
AP1 und AP2 sprechen leicht unterschiedliche Fahrertypen an. Der AP1 richtet sich an Puristen, die das analoge S2000-Erlebnis mit seinem 9000-U/min-Geheul und dem extrem agilen Fahrwerk suchen. Für Fahrer, die Spaß an Gewichtstransfer, Trail-Braking und spontaner Kurskorrektur in Kurvenmitte haben, ist der AP1 ein Skalpell – fordernd, aber höchst belohnend. Der AP2 dagegen bietet demjenigen das optimale Paket, der nach einem breiteren nutzbaren Drehzahlband, gutmütigerem Fahrverhalten am Limit und etwas mehr Alltagstauglichkeit sucht. Seine technischen Updates machen ihn insbesondere auf kursen, die Kraft und Stabilität belohnen, am Limit zugänglicher und gutmütiger.
Aus Wert-Sicht haben beide Modelle in den letzten Jahren deutlich an Wert gewonnen. Der ursprüngliche Listenpreis des AP1 lag im Bereich um 30.000 Dollar, AP2s starteten etwas höher. Heute erzielen makellose Exemplare signifikant höhere Preise – häufig wird dem AP1 wegen des „puristischen“ Erlebnisses ein Aufpreis zugesprochen, aber auch AP2s sind wegen ihrer Verbesserungen und Alltagseignung stark begehrt. Wirtschaftlich bieten beide im Vergleich zu modernen Sportwagen ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis: Sie sind günstig im Unterhalt, sehr zuverlässig und profitieren von einem riesigen Aftermarket.
Serie vs Tuning: Out-of-the-Box-Performance und Potential
Weder AP1 noch AP2 setzen im Serienzustand nach heutigen Maßstäben neue Maßstäbe, aber sie sind exzellente Grundlagen. Das Chassis ist derart gelungen, dass sogar leichte Modifikationen (Reifen, Beläge, Fahrwerkseinstellung) enorme Fortschritte bringen. Die LapMeta-Daten bestätigen: Beide S2000s sprechen extrem positiv auf Upgrades an – AP2 kann bei starker Modifikation oft die Führung übernehmen, während ein rennfertig aufgebauter AP1 seinen Nachfolger verblüffen kann – siehe Castellolí, Suzuka und Podium Club.
Die Grundarchitektur – Front-Mittelmotor, Hinterradantrieb, Doppelquerlenker – garantiert beiden Modellen ein spielerisches, fein kontrollierbares Eigenlenkverhalten am Limit. Der Unterschied liegt im Reifegrad: Der AP2 nimmt die Nervosität zurück und ist weniger erfahrenen Piloten verzeihender, vor allem auf welligem oder anspruchsvollem Terrain deutlich konstanter.
Fazit: Welcher S2000 regiert?
Die Zahlen liefern keinen universellen König. Der AP2, mit seinem breiteren Drehmomentband und der besseren Fahrstabilität, ist für die meisten die sichere Wahl. Doch der AP1, mit seiner Unmittelbarkeit und dem geringeren Gewicht, kann in kundigen Händen und unter den richtigen Bedingungen immer noch beeindrucken. Für Trackday-Fahrer bieten beide Modelle enormes Tuning-Potential, Sammler bekommen in jedem Fall einen Klassiker mit Wertsteigerung. Am Ende ist die Entscheidung weniger eine Frage der Rundenzeit, sondern eine des Charakters – suchen Sie die messerscharfe Reinheit, oder eine etwas kultiviertere, aber nicht minder faszinierende Evolution des Honda-Geists?
Der S2000 AP1 und AP2 – zwei Seiten derselben goldenen Medaille, gleichermaßen zuhause auf der Straße wie auf der Ideallinie. Ihr sportliches Duell ist für immer im digitalen Buch von LapMeta verewigt.
Spezifikationen
| Spezifikationen | Honda S2000 AP2 S2000 AP2 | Honda S2000 AP1 S2000 AP1 |
|---|---|---|
| Modelljahre | 2004-2009 | 1999-2003 |
| Pferdestärken | 240 | 240 |
| Drehmoment (N_M) | 220 | 207 |
| Gewicht (KG) | 1,297 | 1,247 |
| Leistung/Gewicht | 0.19 | 0.19 |
| Rang | #154 | #177 |
| Bereifung |
140 R050
215/45/17 / 245/40/17 |
140 POTENZA S02
205/55/16 / 225/50/16 |
| Motorbeschreibung | 2.2L NA I4 (F22C1 ) | 2.0L NA I4 (F20C ) |
| Getriebe | 6 SPEED MANUAL | 6SPD MANUAL |
| Antrieb Typ | RWD | RWD |
| Radstand (MM) | 2400 | 2400 |
| Breite (MM) | 1753 | 1750 |
| Länge (MM) | 4140 | 4120 |
| Höhe (MM) | 1295 | 1285 |
| 0 - 60 MPH | 5.8 SECs | 6 SECs |
| Höchstgeschwindigkeit (KPH) | 240 | 241 |
| Preis MSRP | $ 33,465 | $ 32,600 |
| Aktueller Wert | $ 40,000 | $ 32,000 |
| Gesamt- vs Durchschnitts-Rundenzeiten | -0.64s | -0.04s |