Der Toyota GR Supra A90/A91 ist schneller — im Schnitt 3.3s flotter über 56 gemeinsame Strecken.
BMW M4 F82 vs Toyota GR Supra A90/A91: Track-Titane im direkten Duell
Wenn zwei Hinterradantriebs-Ikonen – die eine aus München, die andere mit japanischem Wappen, aber bayerischem Engineering im Herzen – auf Rennstrecken weltweit aufeinandertreffen, ist die Aufmerksamkeit der Enthusiasten garantiert. BMW M4 F82 und Toyota GR Supra A90/A91 verbindet nicht nur ihre gemeinsame „Blutlinie“, sondern auch der kompromisslose Kampf um Bestzeiten. Beide setzen auf aufgeladene Reihensechszylinder, doch ihre Ingenieursphilosophien und ihr Charakter auf der Strecke unterscheiden sich in Nuancen, die diesen Vergleich nicht nur spannend, sondern auch tiefgründig machen.
Leistungsdaten & Rundenzeiten-Duell
Auf dem Datenblatt genießt der M4 F82 einen moderaten Leistungs- und Drehmomentvorteil: 431 PS und 549 Nm gegenüber 387 PS und 500 Nm beim Supra. Gewichtsmäßig bewegen sich beide um die 3.350 lbs und schicken ihre Kraft an die Hinterräder – doch die reinen Zahlen sind nur die halbe Wahrheit.
Auf dem wohl legendärsten Prüfstein, der Nürburgring Nordschleife, deklassiert der M4 F82 in dieser Paarung alles, was sich ihm in den Weg stellt und fährt im Renntrimm eine atemberaubende 6:55.39. Die beste Zeit des Supra – eine 7:52.17 im Serienzustand – liegt fast 57 Sekunden dahinter und zeigt eindrucksvoll, wozu der M4 fähig ist, wenn man ihn von der Leine lässt. Eine ähnliche Überlegenheit zeigt sich auch auf dem Nürburgring BTG, wo die 7:21 (medium mod) des M4 die 8:03 (Serie) des Supra um gewaltige 42 Sekunden unterbietet.
Doch Zahlen erzählen nie die ganze Geschichte. Erlaubt man dem Supra mehr Modifikationen sowie griffigere Reifen, holt er auf – teils mit spektakulären Ergebnissen. Auf dem Watkins Glen International fegt ein stark modifizierter Supra mit einer 1:59.22 über die Strecke und hängt den M4 (2:12.64) um über 13 Sekunden ab. Ähnliches gilt für Thunderhill (1:49.6 Supra vs 2:01 M4) und Toronto Motorsports Park (1:11.74 Supra vs 1:21.84 M4), wo die Anpassungsfähigkeit und Tuning-Freundlichkeit des Supra besonders zur Geltung kommen.
Unter nahezu gleichen Ausgangsbedingungen – insbesondere bei mittleren oder leichten Modifikationen – holt sich der M4 F82 jedoch oft den Sieg, wenn auch denkbar knapp. Auf dem Sandown International Motor Raceway liegt er lediglich 0,2s vorne (1:18.86 vs 1:19.06), und auf dem Winton Motor Raceway sind es gerade einmal 0,189s (1:29.8 vs 1:29.989).
Das Bild gleicht einer Pendelbewegung: Auf Serienreifen und mit geringem Tuning-Vorstufen hat der M4 durch seine überlegene Hardware die Nase vorn. Wird der Supra stärker modifiziert, spielt sein Chassis sowie der BMW-B58-Motor ihr beachtliches Potenzial aus und verkürzen nicht nur den Abstand – mitunter dreht sich die Hackordnung komplett.
Technische Unterschiede, Fahrverhalten und Fahrerlebnis
Der M4 F82 ist typisch deutsch: breit gebaut, extrem steif und auf Hochgeschwindigkeitsstabilität ausgelegt. Sein Biturbo-S55 schiebt mächtig an und zusammen mit der ausgeklügelten Multilenker-Hinterachse und nahezu perfekter Gewichtsverteilung ergibt sich ein Fahrwerk, das gleichzeitig berechenbar und frenetisch schnell ist – vorausgesetzt, man vertraut seinen Grenzbereich. Der Charakter des M4 belohnt Fahrer, die sich trauen, die Vorderachse zu belasten und das Heck durch lange, schnelle Kurven zu arbeiten.
Der Supra hingegen ist ein Paradebeispiel für cleveres Packaging. Der kürzere Radstand und das leichtfüßigere Handling verleihen ihm eine verspielte Agilität – vor allem auf verwinkelten Kursen, wo Wendigkeit wichtiger ist als brachiale Gewalt. Der B58 mag ab Werk weniger Leistung haben, ist aber legendär tuningfreudig, und die Elektronik sowie die Fahrwerksgeometrie des Supra erlauben ein besonders aggressives Setup. Auf der Strecke fühlt sich der Supra insgesamt leichter, drehfreudiger und zugänglicher für Fahrer an, die ihre Fähigkeiten entwickeln möchten.
Beide Fahrzeuge setzen auf Hinterradantrieb und lassen sich wunderbar am Limit bewegen – der längere Radstand und die breitere Spur verleihen dem M4 bei dreistelligen Geschwindigkeiten mehr Stabilität, während die kompakte Bauform des Supra mutigere Gaspedalaktionen und alternative Linienwahl fördert.
Wert, Besitz und Zielgruppe
Der M4 F82 startete mit einem Listenpreis im Bereich von $65.000–$70.000. Die Jahre haben für track-orientierte Käufer aber für Preisstabilität gesorgt – gepflegte Exemplare sind für weniger als die Hälfte des ursprünglichen Preises zu bekommen und bieten damit echten Supercar-Speed zum fairen Kurs. Schon Serie ist der M4 beeindruckend schnell, und dank des riesigen Aftermarkets lässt er sich mit überschaubarem Einsatz in ein regelrechtes Track-Monster verwandeln.
Die Supra verfolgt ein anderes Value-Konzept: Neu deutlich günstiger als der M4, bleiben die Gebrauchtpreise dank hoher Nachfrage und limitiertem Angebot stabil. Wer eine moderne, zuverlässige und hochgradig modifizierbare Track-Waffe sucht – alltagstauglich, drag-tauglich oder perfekt als Basis für Individualisten – wird im Supra fündig. Hype und Kultstatus, gepaart mit dem Toyota-Logo, federn den Wertverlust effektiv ab. Das tuningfreundliche Konzept sorgt dafür, dass schon überschaubare Projekte deutliche Performance-Zuwächse ermöglichen.
Die Zielgruppe spiegelt den Charakter der beiden Autos wider: Der typische M4 F82-Käufer sucht einen Allrounder – einen, der sowohl auf der Autobahn wie auch beim Splitterfahren auf der Rennstrecke begeistert. Supra-Fans sind häufig jünger, tuningaffiner und stellen weniger das Rundenzeiten-Benchmarking, sondern vielmehr das pure Fahrvergnügen, das Tüfteln und Schrauben in den Vordergrund.
Fazit: Zwei Wege zum Track-Day-Glück
Im Reich der Bestzeiten ist der M4 F82 der Hammer – gnadenlos effektiv, wenn er gefordert und ausgefahren wird. Der GR Supra A90/A91 hingegen ist das Skalpell – präzise, verspielt und nahezu grenzenlos modifizierbar. Auf großen, schnellen Strecken und bei ähnlichem Tuningstand ist die rohe Performance des M4 kaum zu schlagen. Doch dass der Supra mit den richtigen Upgrades zurückschlagen kann, und das oft zu geringerem finanziellen Aufwand, macht ihn zum unwiderstehlichen Herausforderer für Tüftler
Spezifikationen
| Spezifikationen | BMW M4 F82 M4 F82 | Toyota GR Supra A90/A91 GR Supra A90/A91 |
|---|---|---|
| Modelljahre | 2014-2020 | 2019-2026 |
| Pferdestärken | 431 | 387 |
| Drehmoment (N_M) | 549 | 500 |
| Zwangsinduktion | Ja | Ja |
| Gewicht (KG) | 1,515 | 1,520 |
| Leistung/Gewicht | 0.28 | 0.25 |
| Rank | #93 | #87 |
| Bereifung |
300 PILOT SUPER SPORT
255/40/18 / 275/40/18 |
300 PILOT SUPER SPORT
255/35/19 / 275/35/19 |
| Motorbeschreibung | Twin-power turbo, Intercooler | 2,998 cc (2.998 L; 182.9 cu in) BMW B58B30O1 I6 |
| Getriebe | 6-SPEED MANUAL TRANSMISSION | 8-SPEED ZF 8HP AUTOMATIC |
| Antrieb Typ | RWD | RWD |
| Radstand (MM) | 2812 | 2469 |
| Breite (MM) | 1870 | 1864 |
| Länge (MM) | 4671 | 4379 |
| Höhe (MM) | 1392 | 1295 |
| 0 - 60 MPH | 4 SECs | 4 SECs |
| Höchstgeschwindigkeit (KPH) | 249 | 249 |
| Preis MSRP | $ 72,500 | $ 55,250 |
| Aktueller Wert | $ 46,000 | $ 52,000 |
| Gesamt- vs Durchschnitts-Rundenzeiten | -2.94s | -5.58s |