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Cadillac CT4-V Blackwing vs Audi RS5 Mk1: Amerikanischer Ehrgeiz trifft auf deutsche Präzision

Track-Duell: Die Daten entscheiden

Wenn die Stoppuhr das Urteil fällt, lügen die Zahlen selten. Auf dem Virginia International Raceway - VIR - Grand West Course bekommen wir einen seltenen, direkten Vergleich zwischen dem Cadillac CT4-V Blackwing und dem Audi RS5 Mk1 – beide im Serienzustand gefahren. Der Cadillac stoppt die Uhr bei beeindruckenden 2:54.6, während der Audi mit 3:04.3 klar dahinter bleibt. Das ist eine Lücke von 9,7 Sekunden – im Motorsport eine halbe Ewigkeit, gerade bei zwei Fahrzeugen, die auf die gleiche Zielgruppe sportlicher Enthusiasten zielen.

Die Rundenzeit des Cadillac ist nicht nur schnell in seiner Klasse – sie ist schlichtweg schnell. Der 472 PS starke Biturbo-V6 mit Hinterradantrieb und Handschaltung belohnt geübte Fahrer, die Freude daran haben, aus jedem Streckenabschnitt noch das letzte Zehntel herauszukitzeln. Das Blackwing-Setup aus aggressivem Tuning und ausgewogener Fahrwerksabstimmung bringt das Auto zu beachtlichem Tempo, was sich auch im Verhältnis zur Durchschnittszeit widerspiegelt: bemerkenswerte -2,03 %. Der Audi, trotz aller deutschen Ingenieurskunst und legendärem quattro-Allradantrieb, kann auf dieser Strecke im Serienzustand schlicht nicht mithalten.

Ingenieurphilosophien: Charakter auf der Rennstrecke

Der Unterschied bei den Antriebskonzepten könnte größer kaum sein. Der 3,6-Liter-Biturbo-V6 des CT4-V Blackwing liefert brachiales Drehmoment im mittleren Drehzahlbereich (603 Nm) und eine direkte, fordernde Leistungsentfaltung. Der Heckantrieb sorgt für klassisches Sportlimousinen-Feeling – wer mutig ist, erlebt auch kontrolliertes Übersteuern. Die Plattform belohnt präzise Eingaben und fahrerisches Selbstvertrauen. Im Gegensatz dazu steht der frei saugende 4,2-Liter-V8 im RS5, eine klangvolle Offenbarung mit linearem Leistungsverlauf und charakteristischem Sound. Allerdings bringt er mit 430 Nm weniger Drehmoment und muss zusätzlich ein schwereres, allradgetriebenes Chassis bewegen (4009 lbs gegenüber den 3860 lbs des Cadillac).

Das quattro-System verschafft dem Audi bei widrigen Bedingungen Vorteile, doch auf einem trockenen, technischen Kurs wie dem VIR schlägt sich der Allrad vor allem in Form von mehr Gewicht und weniger Agilität am Heck nieder. Das Resultat: Der RS5 wirkt zwar sehr stabil, setzt aber Lenkbefehle weniger spontan um – vor allem aus engen Kurven heraus fehlt ihm die Rotationsfreudigkeit des Cadillac.

Zielgruppe, Preis-Leistung und Tuning-Potenzial

Wer kauft diese Fahrzeuge? Der Cadillac CT4-V Blackwing ist eine leidenschaftliche Liebeserklärung an Enthusiasten – eine Limousine für all jene, die in einer Welt voller Automatisierung weiterhin Handschaltung und Heckantrieb suchen. Der Listenpreis ist zwar kein Sonderangebot, aber im Vergleich zu vielen europäischen Konkurrenten attraktiv kalkuliert, zumal die Wertstabilität durch die Seltenheit und begeisterte Fangemeinde hoch ist. Bereits ab Werk ist dies ein echtes Highlight – die Rundenzeiten belegen, dass der Blackwing auch ohne Upgrades ein ernstzunehmender Konkurrent auf Weltklasse-Niveau ist. Gleichzeitig bietet die Plattform enorme Tuning-Reserven: Dank Biturbo-Aufladung und robusten technischen Grundlagen sind Leistungssteigerungen problemlos möglich.

Der Audi RS5 Mk1 richtet sich indessen an Kunden, die den Spagat zwischen Alltag und Show suchen – ein hochdrehender V8, Allwettertauglichkeit, zurückhaltender Premium-Look. Durch den Wertverlust ist der RS5 als Gebrauchtwagen für viele interessant geworden, doch im Serienzustand ist er eher Grand Tourer als reinrassiger Track-Star. Mit gezielten Modifikationen lassen sich Fahrwerk und Motor durchaus aufrüsten, aber der technische Kern – Allradantrieb, höheres Leergewicht und Saugmotor – machen es unwahrscheinlich, dass der Audi auf der Rundstrecke ohne erhebliche Investitionen am Cadillac vorbeizieht.

Fazit: Das Urteil der Stoppuhr

Die Rundenzeiten sprechen eine deutliche Sprache: Der Cadillac CT4-V Blackwing schlägt den Audi RS5 Mk1 im Serienzustand nicht nur knapp, sondern regelrecht deutlich auf der Rennstrecke. Für den Fahrer, der Rundenzeiten und Trackdays lebt, ist der Blackwing die logische Wahl – eine moderne amerikanische Performance-Limousine, die mit den besten Europäern und Japanern mithalten kann. Der RS5 Mk1 bleibt dennoch eine reizvolle Wahl für all jene, die auf Alltagstauglichkeit, V8-Charisma und ganzjährige Traktion setzen. Wer jedoch auf Zeitenjagd oder im Competition-Modus unterwegs ist, findet im Cadillac klar den besseren, konsequenter umgesetzten Ansatz.

Letztmals aktualisiert: May 17, 2026

Spezifikationen

Spezifikationen Cadillac CT4-V Blackwing CT4-V Blackwing Audi RS5 Mk1 RS5 Mk1
Modelljahre 2022-2024 2013-2016
Pferdestärken 472 450
Drehmoment (N_M) 603 430
Zwangsinduktion Ja Ja
Gewicht (KG) 1,751 1,818
Leistung/Gewicht 0.27 0.25
Rank #156 -
Bereifung 300 PILOT SPORT 4S
255/35/18 / 275/35/18
220 P-ZERO
265/35/19
Motorbeschreibung 3.6L DOHC V-6 Twin-Turbocharged DI VVT 4.2L NA V8 (FSI )
Getriebe 6-SPEED 7-SPEED AUTOMATIC
Antrieb Typ RWD AWD
Radstand (MM) 2769 2751
Breite (MM) 1814 2019
Länge (MM) 4765 4648
Höhe (MM) 1422 1367
0 - 60 MPH 4.8 SECs 4 SECs
Höchstgeschwindigkeit (KPH) 304 280
Preis MSRP $ 62,890 $ 68,900
Aktueller Wert $ 85,000 $ 28,000
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